Overwatch 2: Season 15 führt mit dem Perks-System die größte Gameplay-Änderung seit Release ein

Blizzard hat am 18. Februar 2025 mit Season 15 „Honor & Glory“ das Perks-System für Overwatch 2 eingeführt. Es ist der umfangreichste Eingriff in das Kerngameplay des Hero-Shooters seit dem Start des Free-to-Play-Modells. Spieler schalten künftig während eines laufenden Matches Verstärkungen für ihre Helden frei, die in Quick Play und Competitive gleichermaßen zur Verfügung stehen. Das System unterscheidet zwischen Minor-Perks, die inkrementelle Vorteile liefern, und Major-Perks, die für deutliche taktische Verschiebungen sorgen.

Zum Start umfasst das System 168 Perks für alle 42 Helden des Rosters. Jeder Held verfügt über jeweils zwei Minor- und zwei Major-Perks, aus denen im Match-Verlauf gewählt wird. Die Freischaltung erfolgt gestaffelt. Der Minor-Perk wird beim Erreichen von Level 2 verfügbar, der Major-Perk folgt auf Level 3. Die dafür notwendigen Erfahrungspunkte sammeln sich durch Aktionen innerhalb der Partie. Damit verschiebt Blizzard einen Teil der spielerischen Tiefe von der reinen Heldenauswahl vor dem Match hin zu Entscheidungen, die situativ während des Gefechts getroffen werden.

Mechanische Neuausrichtung des Hero-Shooters

Das Perks-System greift in die Balancing-Architektur ein, die Overwatch seit dem Original aus dem Jahr 2016 prägt. Bisher war die Wirkung eines Helden weitgehend statisch und ließ sich nur über den Heldenwechsel an die Spielsituation anpassen. Mit den Perks erhalten Helden nun einen Entwicklungspfad innerhalb der Partie, der die Fähigkeiten je nach gewählter Option verändert. Die Staffelung über Level 2 und Level 3 sorgt dafür, dass die stärkeren Major-Effekte erst zur Mitte einer Partie greifen und nicht schon in der Eröffnungsphase die Kräfteverhältnisse bestimmen. Für das kompetitive Umfeld kommt eine zusätzliche Entscheidungsebene hinzu, denn die Wahl zwischen zwei Minor- und zwei Major-Perks pro Held kann situativ auf den Gegner und den Spielstand reagieren.

Begleitet wird die Season von einem Reset der Competitive-Ränge zum Auftakt eines neuen kompetitiven Jahres sowie von neuen kosmetischen Belohnungen, darunter Galactic Weapon Skins und Weapon Charms. Bemerkenswert ist die Rückkehr der Loot Boxes in das saisonale Fortschrittssystem, die Blizzard zur Einführung von Overwatch 2 zunächst abgeschafft hatte. Das saisonbegleitende Event „Perked Up“ stellt wöchentliche Herausforderungen bereit, über die sich bis zu zehn Loot Boxes sowie exklusive Kosmetik freischalten lassen.

Reaktion auf anhaltende Kritik

Die Einführung des Perks-Systems fällt in eine längere Phase der Kritik an Overwatch 2. Der Wegfall des ursprünglich angekündigten PvE-Modus und die Monetarisierung über Battle Pass und Shop hatten die Wahrnehmung des Titels in der Spielerschaft belastet. Mit der gleichzeitigen Rückkehr der Loot Boxes und einem mechanisch tiefgreifenden System adressiert Blizzard zwei Punkte zugleich: die Bindung der Bestandsspieler über spielerischen Mehrwert und die Reaktivierung von Nutzern, die dem Titel den Rücken gekehrt hatten. Das Perks-System ist als wiederkehrendes Kernelement angelegt und nicht als zeitlich begrenztes Event-Feature, was es von früheren saisonalen Ergänzungen abhebt.

Beim Geld bleibt vieles beim Alten. Die Perks sind für alle Helden und Spielmodi ohne zusätzliche Kosten zugänglich und dienen damit vor allem der Spielerbindung und der Abgrenzung gegenüber konkurrierenden Hero-Shootern. Die kosmetischen Inhalte und die zurückgekehrten Loot Boxes bilden weiterhin den monetarisierten Teil des Angebots. Gerade die Loot Boxes stehen wegen ihrer Nähe zu zufallsbasierten Belohnungsmechaniken in der Diskussion, wie sie auch im Zusammenhang mit Dark Patterns immer wieder thematisiert werden. Die spielmechanische Neuerung positioniert Blizzard derweil als Argument für die langfristige Relevanz des Titels.

Die Angaben basieren auf der offiziellen Quelle.

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