NVIDIA hat am 20. Dezember 2018 PhysX SDK 4.0 mit offenem Quellcode für die BSD-Plattformen veröffentlicht. Das SDK soll sich für eigene Simulationen untersuchen und anpassen lassen. Die Lizenzfreigabe umfasst nicht automatisch den Konsolencode.
Der Temporal-Gauss-Seidel-Solver soll genauere und robustere Simulationen gekoppelter Körper ermöglichen. Bei reduzierten Koordinaten für Gelenke sollen relative Positionsfehler vermieden werden. Das offizielle Einführungsvideo zeigt entsprechende Simulationen, keinen unabhängigen Leistungsvergleich.
Release Notes beschreiben auch entfernte Funktionen
Die Release Notes des festen Tags 4.0.0 nennen eine neue automatische Broadphase und eine BVH-Struktur für Szenenabfragen. Entfernt wurden unter anderem die bisherigen PhysX-Particle- und PhysX-Cloth-Funktionen. Ein Versionswechsel besteht deshalb nicht nur aus zusätzlichen APIs.
Das Build-System erzeugt Konfigurationen über CMake. Unter Linux wechselt die Bibliothek von dynamischen zu statischen Builds und von GCC zu Clang. Die Änderungen sind für Build-Pipelines und bestehende Integrationen relevant.
Konsolen bleiben ein eigener Lizenzpfad
NVIDIA nennt iOS, macOS, Android ARM, Linux und Windows als BSD-3-Clause-Plattformen. Für Xbox One, PlayStation 4 und Nintendo Switch bleibt die NVIDIA-EULA bestehen. Die Release Notes erklären zusätzlich, dass NDA-gebundener Konsolencode nicht auf GitHub liegt; lizenzierte Entwickler sollen NVIDIA kontaktieren.
Schon die PhysX-3.3-Integration für Unity 5 erforderte Anpassungen an bestehenden Projekten. Die Freigabe von PhysX 4.0 ersetzt entsprechend nicht die Prüfung der jeweiligen Engine-Integration und Zielplattform.

