Microsoft hat im Foundry-Update für Februar 2026 mehrere agentische KI-Funktionen und neue Foundry-Modelle vorgestellt. Im Zentrum stehen das Agent Framework in Version 1.0.0rc1, ein Muster zur dauerhaften Agenten-Orchestrierung und die allgemeine Verfügbarkeit der Foundry-REST-API. Studios, die KI-gestützte Werkzeuge in ihre Entwicklungspipelines einbauen, bekommen hier Bausteine, die Agenten vom Prototyp zur produktionsnahen Infrastruktur bringen.
Agent Framework und dauerhafte Orchestrierung
Mit dem Agent Framework 1.0.0rc1, erschienen am 19. Februar 2026, hat Microsoft die API-Oberfläche vor der allgemeinen Verfügbarkeit festgeschrieben. Neu sind die Klasse AgentFunctionApp für das Hosting auf Azure Functions, Fan-out- und Fan-in-Orchestrierung sowie BaseAgent-Implementierungen für die SDKs von Claude und GitHub Copilot. Am 26. Februar 2026 folgte das Muster der dauerhaften Agenten-Orchestrierung, das Azure Durable Functions mit dem Framework und SignalR kombiniert. Agenten lassen sich darüber per Aufruf von wait_for_external_event unbegrenzt pausieren, etwa um auf eine menschliche Freigabe zu warten, und sie überstehen dabei Prozessneustarts. In der Gameentwicklung passt das zu Werkzeugen für automatisierte Asset-Prüfungen oder Build-Analysen, bei denen vor der Freigabe ein manueller Kontrollpunkt sitzt.
Bei den Werkzeugen erweitert das AI Toolkit für Visual Studio Code in Version 0.30.0 die Umgebung um einen Tool Catalog, einen Agent Inspector mit Debugging über F5 und einen überarbeiteten Agent Builder samt GitHub-Copilot-Integration. So findet man Werkzeuge an einer zentralen Stelle und kann Agenten mit Haltepunkten und schrittweiser Ausführung durchgehen. Auch die Foundry-REST-API erreichte den GA-Status. Die Routen unter /openai/v1/ gelten jetzt als produktionsreif und fallen unter GA-Service-Levels.
Neue Foundry-Modelle und SDK-Releases
Der Modellkatalog wuchs um Claude Opus 4.6 und Claude Sonnet 4.6, beide als Vorschau, beide mit einem Kontextfenster von einer Million Token, adaptivem Reasoning und Kontextkompaktierung. Am 23. Februar 2026 kamen GPT-Realtime-1.5 und GPT-Audio-1.5 hinzu, mit besserer Anweisungsbefolgung und höherer Transkriptionsgenauigkeit. Grok 4.0 erreichte am 27. Februar 2026 die allgemeine Verfügbarkeit, dazu gibt es Grok 4.1 Fast als günstige Vorschau für hohen Durchsatz. Mit FLUX.2 Flex steht außerdem ein Bildgenerierungsmodell für textlastige Inhalte bereit.
Für Entwickler zählen vor allem die parallel veröffentlichten SDK-Vorabversionen, die auf die GA-REST-Oberfläche zielen: Python 2.0.0b4, .NET 2.0.0-beta.1, JavaScript/TypeScript 2.0.0-beta.4 und das am 25. Februar 2026 erschienene Java-SDK 2.0.0-beta.1. Der Umstieg bringt einige Breaking Changes, darunter umbenannte Tool-Klassen, eine Vereinheitlichung der Anmeldeinformationen unter Azure Identity und Änderungen an den Session- und Thread-APIs. Foundry Local unterstützt zudem seit dem 24. Februar 2026 in der Sovereign-Cloud-Variante große multimodale Modelle, die vollständig getrennt vom Netz auf lokaler NVIDIA-Hardware laufen.
