Microsoft Build 2022: Azure AI mit OpenAI-KI und mehr

Für Microsofts Cloud-Computing-Plattform Azure wurden auf der Microsoft Build 2022 zahlreiche Neuerungen für KI-Dienste vorgestellt. Die Ankündigungen vom 25. Mai 2022 umfassten neue Machine-Learning-Funktionen, Azure OpenAI Service und Werkzeuge für Entwickler.

Azure OpenAI Service bringt GPT-3-Modelle in die Cognitive Services

Neu bei den kognitiven Diensten auf Azure ist der Azure OpenAI Service, vereinfacht gesagt die bekannten GPT-3-Sprachmodelle Ada, Babbage, Curie, DaVinci und Codex. Wirklich neu ist das Modellangebot selbst also nicht, es lässt sich nun aber im Rahmen der Cognitive Services im Preview auf Azure einsetzen. Microsoft preist dabei vor allem die Möglichkeiten für die Entwicklung von Schreibassistenten, für Programmcodegenerierung oder für das Verstehen unstrukturierter Daten an. Bei den Azure Cognitive Services for Language gibt es daneben Neuerungen bei den Sprachdiensten: Die Zusammenfassung von Dokumenten oder Konversationen sowie das Herausziehen von Schlüsselinformationen aus Dokumenten sollen möglich werden. Besonders für Entwickler interessant ist die Nutzung domänenspezifischer Begriffe in benutzerdefinierten Erkennungen benannter Entitäten.

Neues Python SDK und angewandte KI-Funktionen

Bei den Machine-Learning-Funktionen gibt es ein neues Python SDK v2 im Preview sowie ein allgemein verfügbares Command Line Interface v2, mit denen Entwickler schneller KI-Modelle entwickeln können sollen. Das Azure-Machine-Learning-Dashboard für verantwortungsvolle KI bietet im Preview Datenexplorer, Fairnessanalyse, Modellinterpretierbarkeit und Fehleranalyse sowie kontrafaktische und kausale Inferenzanalyse. Bei der angewandten KI geht es um kleinere, KI-getriebene Werkzeuge der Azure-Plattform, etwa den Bot Service beziehungsweise die Power Virtual Agents, die zahlreiche neue Funktionen bekommen, sowie den Form Recognizer, der Dokumente mit festem Prozess verarbeiten kann, zum Beispiel bei Patienten-Check-ins oder der Überprüfung eines Impfstatus.

GitHub Copilot Explain soll Code in natürliche Sprache übersetzen

GitHub bot zum Thema KI vor allem einen Ausblick darauf, mit welchen Werkzeugen Microsoft Entwicklern der nächsten Software-Welle effizienteres Arbeiten ermöglichen möchte, dazu gab es Daten zur bisherigen Nutzung von GitHub Copilot während des technischen Previews. Vorgestellt wurde außerdem das neue Projekt Copilot Explain, das Programmcode in natürliche Sprache übersetzen soll, als Hilfe vor allem für Einsteiger unter den Softwareentwicklern, aber auch für Entwickler, die sich in eine ihnen bisher unbekannte Code-Basis einarbeiten müssen. Damit ist Copilot Explain praktisch das Gegenstück zum GPT-3-Sprachmodell Codex, das natürliche Sprache in Programmcode in mehr als einem Dutzend Programmiersprachen übersetzen können soll.

Codex selbst wurde auf der Build ebenfalls mit einigen Demos vorgestellt. Microsoft will den Quellcode dieser Demos den Teilnehmern der Konferenz zur Verfügung stellen, zusammen mit einem unlimitierten Zugriff auf das OpenAI-Sprachmodell selbst inklusive kostenloser Tokens. Damit können Build-Teilnehmer an einem eigenen Wettbewerb teilnehmen: Bei der Codex Innovation Challenge geht es um die Entwicklung von Ideen, wofür sich Codex innovativ einsetzen lässt.

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