LLVM-Entwickler Renato Golin hat am 31. Mai 2016 einen Wechsel des Quellcode-Hostings zu GitHub zur Diskussion gestellt. Ausgangspunkt waren Gespräche über den Aufwand der selbst betriebenen Subversion-Infrastruktur. Golin schlägt GitHub in Verbindung mit Git-Submodulen vor und bittet ausdrücklich um Rückmeldungen zu möglichen Folgen für nachgelagerte Nutzer.
Abhängigkeiten und Buildbots müssen weiter funktionieren
Die Diskussion betrifft nicht nur den Ablageort des Codes. Golin beschreibt, wie bisherige Eigenschaften des SVN-Workflows erhalten werden könnten: geschützte Git-Historien gegen nachträgliches Umschreiben und Submodule, um Beziehungen zwischen LLVM und Unterprojekten wie Clang für Buildbots abzubilden. Für bestehende SVN-Nutzer verweist er auf die damals von GitHub angebotene Subversion-Schnittstelle.
Weniger eigener Betrieb soll nach seiner Darstellung Aufwand für Administration, Sicherungen und die Pflege angepasster Infrastruktur reduzieren. Außerdem nennt er automatisierte Prüfungen vor der Übernahme von Änderungen als mögliche Verbesserung. Das sind Argumente für einen Vorschlag, keine Nachweise eines bereits abgeschlossenen Umzugs.
Lattner empfiehlt getrennte Schritte
LLVM-Mitgründer Chris Lattner unterstützt in seiner Antwort einen späteren Wechsel des Quellcode-Hostings zu GitHub. Für ihn zählt vor allem der leichtere Zugang für neue Mitwirkende und gelegentliche Beiträge über Pull Requests. Zugleich empfiehlt er, zunächst nur das Hosting zu ändern und Phabricator sowie den Bugtracker vorerst beizubehalten. Über weitere Umstellungen könne anschließend entschieden werden.
Im Januar hatte das Projekt bereits Autoconf aus dem LLVM-Entwicklungszweig entfernt. Ein Wechsel der Versionsverwaltung wäre ein anderer Eingriff in die Werkzeugkette: Teams mit eigenen Compiler-Builds oder lokalen Anpassungen müssten prüfen, wie ihre Skripte Quellstände beziehen und zusammengehörige Revisionen festhalten. Die Mailinglistenbeiträge nennen dafür noch keinen verbindlichen Migrationstermin.

