Das LLVM-Projekt hat am 13. März 2017 die Version 4.0 seiner Compilerinfrastruktur veröffentlicht. Mit dem Release beginnt ein neues Versionsschema: Auf LLVM 4.0 folgen reguläre Hauptversionen wie LLVM 5.0, während Fehlerkorrekturen als 4.0.x erscheinen.
LLVM bündelt unter anderem den C-, C++- und Objective-C-Compiler Clang, den Linker LLD und Bibliotheken für eigene Toolchains. Für technische Teams, die Spiele, Werkzeuge oder interaktive Anwendungen für mehrere Zielsysteme bauen, ist die Compilerinfrastruktur deshalb ein Bestandteil der Build-Kette und nicht nur ein allgemeines Open-Source-Projekt.
ThinLTO und experimentelle Coroutinen
Zu den Änderungen gehören Verbesserungen bei ThinLTO. Die Optimierung kann Profildaten für genauere Entscheidungen beim Import von Funktionen und bei der Optimierung über Modulgrenzen hinweg nutzen. Hinzu kommen experimentelle Coroutinen, neue Aufrufkonventionen sowie Erweiterungen für die Codegenerierung und mehrere Zielarchitekturen. Die offiziellen Release Notes zu LLVM 4.0 führen die Änderungen an LLVM, Clang und LLD im Detail auf.
Hauptversionen statt weiterer Punktreleases
Bis LLVM 3.9 wurden größere Ausgaben mit einer neuen Nachkommastelle bezeichnet. Mit LLVM 4.0 ändert sich die Zählweise. Die nächste reguläre Ausgabe trägt deshalb die Versionsnummer 5.0, stabile Korrekturen bleiben an die 4.0-Reihe gebunden. Eine ähnliche Rolle als zentrale Compilerkomponente für C- und C++-Builds hatte zuvor bereits GCC 5.1 mit JIT-Unterstützung und neuen Parallelisierungsfunktionen eingenommen.

