Microsoft hat am 23. Juli 2017 einen KI-Koprozessor für die zweite Holographic Processing Unit der HoloLens angekündigt. Marc Pollefeys, damals Director of Science für HoloLens, beschreibt die geplante lokale Ausführung neuronaler Netze. Die HPU war noch in Entwicklung.
Der Chip sollte unterschiedliche Schichttypen neuronaler Netze unterstützen und von Microsoft programmierbar sein. Daraus folgt keine zugesicherte Programmierschnittstelle für externe App-Entwickler. Das von Microsoft eingebundene Video „HPU 2.0“ begleitet die Ankündigung.
Handsegmentierung als Beispiel für lokale Verarbeitung
Microsoft zeigte einen frühen Chipstand mit laufender Handsegmentierung. Der Koprozessor sollte kontinuierlich aus dem Akku des Headsets versorgt werden. Als Grund für lokale Berechnungen nennt Pollefeys die niedrige Latenz, die etwa bei der Handverfolgung benötigt wird.
Für interaktive Anwendungen sind Erkennung und Darstellung unterschiedliche Verarbeitungsschritte. Aus dem angekündigten KI-Baustein allein folgt deshalb weder eine höhere Bildrate noch eine bestimmte Akkulaufzeit. Der Beitrag nennt dafür keine Messwerte und keinen Marktstart der nächsten HoloLens.
Sensordatenverarbeitung statt zusätzlicher Aufnahmeperspektive
Mit Spectator View hatte Microsoft im Februar 2017 eine Außenansicht für HoloLens-Demos dokumentiert. Dort ging es um das Filmen und Präsentieren holografischer Anwendungen. Der geplante Koprozessor betrifft dagegen die Berechnung im Headset, nicht die Aufnahme durch eine zusätzliche Kamera.
Archivhinweis: Der Beitrag beschreibt die Hardware-Ankündigung von Juli 2017. Spätere Gerätespezifikationen werden nicht vorweggenommen. Das offizielle Motiv ist eine Illustration, keine Aufnahme eines fertigen Chips.

