„Highscore“-Konzert des ORSO-Orchesters: Ein Debüt in der Gaming-Welt

Das ORSO Philharmonic Team widmet sich erstmalig der Musiklandschaft aus der Gaming-Industrie. Innerhalb des umfangreichen Teams ist eine spürbare Begeisterung für dieses Unterfangen vorhanden. Anstatt populäre Melodien aus der Gaming-Welt zu wählen, konzentriert sich das Ensemble auf anspruchsvollere und wesentlich komplexeren Stücke.

Einlass und Publikum

Bereits eine halbe Stunde vor dem offiziellen Einlass sammeln sich rund 50 Besucher am Eingang des Veranstaltungsorts. Als die Türen schließlich öffnen, zählt die Location bereits 150 Anwesende. Diese stammen aus unterschiedlichsten Regionen und haben teils spontan Tickets an der Abendkasse erworben oder durch Gewinnspiele erhalten. Das Publikum präsentiert sich divers, von Liebhabern klassischer Musik bis hin zu eingefleischten Gamern.

Kuratorische Auswahl

Die endgültige Songliste für das anstehende Event wird mit Spannung erwartet, wobei die Organisatoren sich entschieden haben, nur einen Teil der Titel im Voraus zu enthüllen. Dieser Schritt könnte darauf abzielen, die Neugier und Erwartung des Publikums zu steigern. Trotz dieser geheimnisvollen Strategie sind bereits einige renommierte Titel durchgesickert, die bei den Fans sicherlich für Begeisterung sorgen werden. Dazu gehören ikonische Namen wie „The Legend of Zelda“, welches seit Jahrzehnten die Herzen von Spielern weltweit erobert, „Angry Birds“, das mobile Phänomen, das sich zu einer globalen Marke entwickelt hat, „Final Fantasy“, die legendäre Rollenspielreihe mit einer tiefgreifenden Erzählung und beeindruckender Grafik, und „Skyrim“, ein Open-World-Epos, das Spieler in die Tiefen seiner immersiven Welt eintauchen lässt. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Überraschungen die vollständige Liste bereithalten wird.

Künstlerische Führung

Das Konzert fand unter der künstlerischen Leitung von Wolfgang Roese statt. Einem erfahrenen Musiker aus dem Schwarzwald, mit akademischem Hintergrund in Freiburg, Moskau, St. Petersburg und Valencia. Roese ist Gründer und künstlicherischer Leiter des ORSO (Orchestra & Choral Sciety). Sein Debüt war im großen Saal der Berliner Philharmonie 2012. Als weiteres Highlight tritt Gerrit Hericks auf, der unter anderem für seine Arbeiten an Disneys Musical „Tarzan“ bekannt ist.

Internationale Beteiligung und aktuelle Ereignisse

Das ORSO Philharmonic Team umfasst rund 200 Musiker aus 20 Nationen, darunter Russen und Ukrainer Seite an Seite, was hervorgehoben wurde.

In Zeiten geopolitischer Spannungen, insbesondere im Kontext des Ukrainekrieges, sowie der Situation in Israel, wirken die inklusiven Kräfte der Kunst umso relevanter. Einige Werke im Programm könnten angesichts dieser Situation eine besondere Bedeutung erhalten.

Das hatte zufolge, dass der Soundtrack zu Tetris nicht gespielt wurde, da das ursprüngliche Spiel aus Russland stammt. Hier können wir euch die Verfilmung Tetris auf Apple+ empfehlen.

Stilistischer Vergleich

Im Vergleich zu anderen bekannten Veranstaltungen im Bereich der Videospielmusik, wie beispielsweise der Video Games Live (VGL), verfolgt ORSO einen deutlich anderen Ansatz. Während VGL ein ganzheitliches Erlebnis bietet, das sowohl musikalische Darbietungen als auch visuelle Effekte und Animationen miteinander verknüpft, um ein spektakuläres Unterhaltungsprogramm zu schaffen, setzt ORSO den Fokus primär auf die musikalische Qualität. ORSO strebt danach, die Tiefgründigkeit und Komplexität der Musikstücke herauszuarbeiten und dem Publikum ein eindrucksvolles akustisches Erlebnis zu bieten. Hierbei geht es weniger um die visuelle Aufmachung oder interaktive Elemente, sondern vielmehr um die Reinheit und Authentizität der musikalischen Interpretation. Dieser Ansatz hebt die Bedeutung der Musik selbst hervor und betont ihre Rolle als eigenständige Kunstform, die auch ohne visuelle Unterstützung wirken kann. Es zeigt, dass es innerhalb der Welt der Videospielmusik verschiedene Herangehensweisen gibt, die jeweils ihre eigene Zielgruppe ansprechen.

Finanzielle Aspekte

Angesichts der Ticketpreise und der Mitwirkung namhafter Künstler ist auch hier die Bedeutung von Sponsoring und Förderern nicht zu unterschätzen.

Ticketpreise variieren zwischen 28 und 58 Euro. Die Finanzierung ist komplex und umfasst neben den Ticketeinnahmen auch Förderungen, ad die Ticketeinnahmen alleine nicht Kosten deckend sind. Dabei belaufen sich alleine die Raumkosten auf über 20.000 Euro. Unterstützt wird das Projekt auch von vom Kulturamt Freiburg und externen Partnern wie dem Videospielkomponisten Yannick Süß, mit seinem Unternehmen HippoScore. Süß half bereits bei anderen Aufführungen mit. So unter anderem dem WDR Funkhaus Orchester, was bereits vor einigen Jahren zu gamescom Film und Spiel Soundtrack wiedergab.

Publikumsreaktion

Das Konzert bot ein beeindruckendes Spektakel, das die Zuschauer in seinen Bann zog. Jeder Ton, jede Melodie und jedes Arrangement trugen dazu bei, Momente von Faszination und Gänsehaut zu vermitteln. Es war, als ob die Musik selbst eine magische Aura besaß, die das Auditorium in eine andere Welt entführte. Überraschenderweise blieb das vorwiegend junge Publikum während der gesamten Vorstellung erstaunlich ruhig. Es war offensichtlich, dass die Zuschauer, trotz ihres jungen Alters, die Bedeutung und Schönheit des musikalischen Erlebnisses zu schätzen wussten. Anstatt durch laute Gespräche oder Bewegungen abzulenken, waren sie tief in die Musik vertieft und hingen förmlich an den Lippen der Künstler. Ihre begeisterten Blicke und die andächtige Stille, die den Konzertsaal erfüllte, zeugten von einer tiefen Wertschätzung und einem hohen Maß an Respekt für die Darbietungen auf der Bühne. Es war ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, wie Musik Menschen unterschiedlicher Generationen verbinden und begeistern kann.

Fazit

Für sein Debüt in der Gaming-Musik hat sich das ORSO-Orchester hervorragend präsentiert, auch wenn die Musikauswahl für manche Gamer ungewöhnlich ruhig ausfiel. Aktuelle geopolitische Ereignisse limitieren jedoch die Auswahl an darstellbaren Stücken.

Offenlegung: XboxDev erhielt kostenlose Tickets, der Bericht bleibt jedoch neutral.

Wer nun Interesse hat, kann die Veranstaltung in Berlin besuchen oder ab dem 2. Dezember „Rockin‘ Xmas“ Konzert besuchen.

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