Gradle 3.0 aktiviert den Daemon standardmäßig und erprobt Kotlin-Skripte

Das Gradle-Team hat am 15. August 2016 Gradle 3.0 mit standardmäßig aktiviertem Daemon veröffentlicht. Der Hintergrundprozess musste zuvor ausdrücklich eingeschaltet werden. Das Projekt hat nach eigenen Angaben insbesondere Probleme unter Windows behoben und die Überwachung des Prozesszustands ausgebaut.

Daemon-Status und begrenzte Parallelität

Mit gradle --status lassen sich laufende und kürzlich beendete Daemons prüfen. Die Anzeige erfasst allerdings keine Versionen vor Gradle 3.0. Außerdem berücksichtigt der Aufgabentyp Test jetzt die Einstellung max-workers auch für gestartete Testprozesse. Dadurch lassen sich gleichzeitig laufende Aufgaben und Tests gemeinsam begrenzen.

Für gemeinsam genutzte Build-Rechner ist das eine praktische Steuerungsmöglichkeit. Mehr parallele Prozesse bedeuten nicht automatisch kürzere Wartezeiten: Wenn mehrere Builds um Speicher und Rechenzeit konkurrieren, müssen Durchlaufzeit und Ressourcennutzung zusammen betrachtet werden. Die passende Grenze hängt vom jeweiligen Projekt und Rechner ab.

Kotlin ergänzt Groovy, ersetzt es aber nicht

Gradle 3.0 unterstützt Gradle Script Kotlin 0.3.0. Die Zusammenarbeit mit JetBrains soll unter anderem Codevervollständigung und Refactoring für Buildskripte in IntelliJ IDEA und Eclipse verbessern. Groovy bleibt die primäre Skriptsprache. Das Team nennt Produktionsreife der Kotlin-Variante als Ziel für das Jahresende, nicht als bereits erreichten Stand dieses Releases.

Java-Versionen und Plugins vor dem Wechsel prüfen

Die Release Notes zu Gradle 3.0 unterscheiden zwischen der Java-Version für das Build-Werkzeug und den Zielplattformen eines Projekts. Gradle selbst benötigt mindestens Java 7. Kompilieren und Testen mit Java 6 bleiben möglich, die Unterstützung für Java 5 entfällt.

Erste Unterstützung für Java-9-Vorabversionen ist enthalten, allerdings mit bekannten Einschränkungen bei mehreren Plugins. Für bestehende Build-Pipelines ist ein Versionswechsel deshalb nicht nur ein Austausch des Werkzeugs: Laufzeit, Plugins und erwartete Testergebnisse müssen zusammen geprüft werden. Eine pauschale Freigabe aller bestehenden Java-Projekte ergibt sich aus der neuen Versionsnummer nicht.

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