Am 13. Marz 2025 teilten NVIDIA und Microsoft mit, dass Neural Shading uber eine neue Cooperative-Vectors-Schnittstelle in DirectX 12 und HLSL einziehen soll. Entwickler greifen damit direkt aus der Grafikpipeline auf die Tensor Cores der GeForce-RTX-Generation zu. Microsoft brachte die passende Erweiterung rund um die Game Developers Conference (GDC) 2025 in San Francisco zur Sprache und stellte eine Vorschau uber das Agility SDK fur Ende April 2025 in Aussicht.
Im Mittelpunkt steht die Funktion Cooperative Vectors. Sie liefert hardwarebeschleunigte Vektor- und Matrixoperationen, wie sie fur die Inferenz kleiner neuronaler Netze innerhalb von Shadern gebraucht werden. Auf NVIDIA-Hardware laufen diese Operationen uber die Tensor Cores, sodass die Berechnungen fur neuronale Rendering-Verfahren parallel zur klassischen Rasterisierung und zum Raytracing stattfinden. Microsoft hangt die API an das Shader Model und behandelt neuronales Rendering damit als Teil des standardisierten DirectX-Funktionsumfangs, nicht als herstellerspezifische Sonderlösung.
Cooperative Vectors als Bindeglied zwischen Shadern und Tensor Cores
Verfahren wie neuronale Supersampling-Methoden, neuronales Denoising fur Path Tracing oder neuronale Texturkompression lassen sich uber Cooperative Vectors direkt im Shader-Code unterbringen. Microsoft beruft sich auf Messwerte der Partner: Intel nennt im Zusammenhang mit der Neural Block Texture Compression eine um den Faktor zehn schnellere Inferenz. Die API ist herstellerubergreifend angelegt, an der Spezifikation arbeiten neben NVIDIA auch AMD, Intel und Qualcomm mit. NVIDIA sagt fur seine RTX-GPUs Treiberunterstutzung zu und gibt an, dass das Neural Shading SDK DirectX unterstutzt und auf Cooperative Vectors aufsetzt.
Shawn Hargreaves, Direct3D Development Manager bei Microsoft, sagte, die Funktion bringe die Zukunft der Grafikprogrammierung voran und mache neuronales Rendering fur die gesamte Spielebranche möglich. Indem die neuronalen Verfahren in einer offenen API zusammenlaufen, mussen Entwickler nicht langer fur jede GPU-Architektur einen eigenen Pfad pflegen.
Was Microsoft sonst noch zur GDC fur DirectX zeigte
Cooperative Vectors gehört zu einem größeren DirectX-Update, das Microsoft zur GDC 2025 vorlegte. Mit dabei sind Opacity Micromaps, die laut Microsoft die Leistung in path-getracten Spielen um bis zu das 2,3-Fache anheben, sowie Shader Execution Reordering mit bis zu doppelter Geschwindigkeit in bestimmten Raytracing-Szenarien. Beides gehört zu DirectX Raytracing 1.2. Die Vorschau des Agility SDK mit diesen Funktionen war fur Ende April 2025 geplant, an die Entwickler ging sie spater im Jahresverlauf.
In der Praxis heisst die Aufnahme in DirectX, dass sich neuronale Rendering-Bausteine kunftig uber die Standard-Grafikpipeline ansprechen lassen. Das macht es leichter, KI-gestutzte Verfahren in Engines einzubauen, und holt die Beschleunigung neuronaler Netze aus separaten Compute-Durchgangen heraus in den Shader. Zu finden sind die vollstandigen Details in der Ankundigung von NVIDIA sowie im DirectX Developer Blog von Microsoft.