GamesIndustry-Interview: Stress bremst Kreativität in Entwicklerteams

Bruce Daisley, damals Europa-Vizepräsident von Twitter, hat in einem Interview mit GamesIndustry.biz über Arbeitsbedingungen in Spiele- und Technologieteams gesprochen. Seine zentrale These: Dauerhafte Erreichbarkeit, volle Kalender und Überstunden verringern die Zeit für konzentrierte kreative Arbeit.

Daisley verwies auf E-Mails außerhalb der Arbeitszeit, lange Meetingketten und die Erwartung, ständig beschäftigt zu wirken. Nach seiner Einschätzung steigt dadurch der Stress, während Erholung und ungestörte Phasen für neue Ideen fehlen. Gerade in der Spieleentwicklung betrifft das Teams, die komplexe Systeme, Inhalte und Interaktionen gemeinsam entwerfen.

Meetings und offene Büros als Produktivitätsfaktor

Im Gespräch kritisierte Daisley außerdem die Annahme, ein voller Kalender sei automatisch ein Zeichen für Leistung. Offene Büros hätten die Kommunikation nicht zwingend verbessert, wenn Mitarbeitende stattdessen mehr Nachrichten schreiben und weniger direkt miteinander sprechen. Für kreative Produktionsphasen empfahl er mehr Ruhe, Schlaf und Gespräche ohne digitale Unterbrechung.

Die Aussagen ergänzen frühere Berichte über die Arbeitslast in der Branche. Eine IGDA-Studie zu Überstunden hatte bereits wechselnde Jobs und lange Arbeitszeiten als wiederkehrende Themen unter Spieleentwicklern beschrieben.

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