Bei der gamescom 2026 sind bislang mindestens zwei voneinander getrennte Diebstahlfälle an Ausstellerständen bekannt. Ein Fall betrifft sechs Laptops an einem Gemeinschaftsstand in Halle 4.1. Im zweiten Fall fehlen bei Tessera Studios in Halle 10.2 zwei weitere Laptops und ein Steam Deck.
Die Fälle wurden nach Angaben der Betroffenen an verschiedenen Tagen entdeckt: Tessera fand den aufgebrochenen Schrank am Mittwoch, 26. August; die Teams in Halle 4.1 bemerkten den Verlust am Freitag, 28. August, nach der Nacht zuvor. Beide Vorgänge wurden erst am Freitag öffentlich. Die exakten Tatzeiten sind nicht belegt, ebenso wenig ein Zusammenhang oder dieselbe Täterschaft. Eine zusammenfassende Bestätigung der Polizei liegt bislang nicht vor.
Fall 1: Sechs Laptops aus Halle 4.1 verschwunden
Der Solo-Entwickler Ryan Laley meldete den jüngeren Vorfall am Freitag, 28. August. In seinem Video von der Messe berichtet er, die Laptops an seinem Stand seien in der Nacht zuvor verschwunden. Ladegeräte seien zurückgeblieben. Sicherheitsverantwortliche und Polizei seien verständigt worden.
In seinem eigenen Beitrag bei Reddit beziffert Laley den Verlust am gemeinsamen Stand auf sechs Laptops. Sein für die Vorführung von Mimic genutztes Alienware-Gerät gehörte dazu. Er betont zugleich, dass er nicht wisse, ob weitere Stände betroffen waren.
Auch iam8bit meldet zwei verschwundene Laptops. Darauf befanden sich Vorabfassungen von Petal Runner und Escape Academy 2, die für Medienvorführungen genutzt wurden. Das Unternehmen sieht deshalb ein mögliches Risiko, dass unfertige Builds nach außen gelangen. Hinweise auf eine tatsächliche Veröffentlichung dieser Daten gibt es bis zum Redaktionsschluss nicht.
Die beiden iam8bit-Geräte kommen nicht zusätzlich zu Laleys Zahl hinzu. Laley bestätigte ausdrücklich, dass beide Unternehmen am selben Stand untergebracht waren. Damit bleiben für diesen Komplex sechs direkt von einem Betroffenen genannte Laptops.
Fall 2: Zwei Laptops und ein Steam Deck bei Tessera gestohlen
Tessera Studios schildert einen davon getrennten Fund am Mittwoch, 26. August. Nach Angaben des Teams war ein Schrank am Stand gewaltsam geöffnet worden. Zwei Laptops und ein Steam Deck fehlten; auf den Geräten lagen neben der Messe-Demo auch persönliche und geschäftliche Daten. Ob Daten kopiert wurden, ist nicht belegt.
Die offizielle gamescom-Produktseite führt Tessera Studios mit The Zibbo Show in Halle 10.2. Der Stand gehört zum Auftritt von Games from Spain. Einen zweiten Teil der Schilderung stellte das Studio ebenfalls online. Die betroffenen Geräte und der andere Hallenbereich trennen diesen Vorgang klar von den sechs Laptops in Halle 4.1.
Für Halle 4.1 war eine Nachtwache beworben
Für den von LEDhouse organisierten IGDA Lounge Pavilion in Halle 4.1 war eine nächtliche Bewachung Teil des Angebots. Das offizielle Ausstellerpaket nennt „overnight security“ sowie gemeinsam nutzbaren, abschließbaren Stauraum und Demo-Stationen mit abschließbaren Elementen. Auf diese Zusage verweisen Ryan Laley und iam8bit nach dem Diebstahl.
Aus der Leistungsbeschreibung lässt sich allerdings nicht ablesen, wer die Sicherung in der betreffenden Nacht konkret stellte, welche Flächen sie umfasste und ob alle zugesagten Maßnahmen ausgeführt wurden. LEDhouse hat dazu bislang keine öffentliche Stellungnahme veröffentlicht.
Davon zu unterscheiden ist die allgemeine Hallenaufsicht der Koelnmesse. In den Teilnahmebedingungen steht, dass die allgemeine Überwachung nicht die Bewachung einzelner Stände einschließt. Die Koelnmesse übernimmt demnach weder die Obhut über Exponate noch automatisch deren Versicherung. Diebstähle sollen unverzüglich Polizei, Veranstalter und Versicherer gemeldet werden.
Die Haus- und Geländeordnung erlaubt Taschenkontrollen und verlangt für das Heraustragen von Standinventar eine schriftliche Berechtigung. Das beschreibt mögliche Kontrollinstrumente, belegt aber nicht, welche Kontrollen in den beiden Tatzeiträumen tatsächlich stattfanden.
CD Projekt RED und Indie-Teams helfen den Bestohlenen
Andere Entwickler und Publisher reagierten schnell. Ryan Laley bestätigte, dass Indie Game Joe genug Geld für Ersatzhardware gespendet habe.
CD Projekt RED bot über den offiziellen Cyberpunk-2077-Account Hilfe an. Das Team prüfe seine Hardwarebestände, um Laley Ausrüstung schicken zu können. Laley bedankte sich; eine Übergabe wurde bislang nicht bestätigt.
Tessera Studios erhielt ebenfalls ein öffentliches Angebot. KillNeq verwies auf zusätzliche AMD-PCs, Monitore und Peripherie beim Team der Indie Arena Booth und schlug vor, damit den Stand wieder auszustatten. Auch hier ist eine Koordination angeboten, eine erfolgte Übergabe aber noch nicht dokumentiert.
Laley will trotz des verlorenen Vorführplatzes auf der Messe bleiben. In einem späteren Video kündigte er an, am Wochenende ohne Stand, aber weiterhin als Ansprechpartner für Mimic vor Ort zu sein.
Nach Angaben der Betroffenen nahmen Polizei und Sicherheitsverantwortliche die Fälle auf. Die öffentliche Meldungsübersicht der Polizei Köln enthält bis zum 29. August um 11 Uhr keinen Eintrag zu den Vorfällen. Auch gamescom und Koelnmesse äußerten sich auf ihren öffentlichen Kanälen bislang nicht.
Schon 2022 berichteten Aussteller XboxDev von gestohlenen PlayStation-5-Konsolen, TV-Technik und Peripherie auf der gamescom. Ein Zusammenhang mit den Vorfällen von 2026 ist nicht belegt.
