Lutz Anderie, Professor für Wirtschaftsinformatik an der Frankfurt University of Applied Sciences, hält die jährlich vorgesehenen 50 Millionen Euro Games-Förderung für unzureichend. In einer Mitteilung der Hochschule vom 3. März 2020 begründet er seine Position mit Technologietransfer und qualifizierten Arbeitsplätzen.
Anderie sieht Spieleunternehmen als Entwicklungsumfeld für digitale Verfahren, etwa Virtual Reality und künstliche Intelligenz. Öffentliche Mittel könnten nach seiner Einschätzung Gründungen und Beschäftigung unterstützen. Er beziffert keinen konkreten zusätzlichen Finanzbedarf.
Serious Games und Wechsel in andere Branchen
Der Wirtschaftsinformatiker nennt Lern- und Trainingsspiele für Medizin und Ausbildung als Beispiele des Wissenstransfers. Ungefähr 30 Prozent seiner Absolventen starteten laut seiner Beobachtung außerhalb der Games-Branche oder wechselten später. Das ist keine repräsentative Branchenstatistik.
Die Forderung betrifft den damaligen Förderumfang. Zuvor hatte das BMVI die Vorgaben zur Finanzierung des Eigenanteils geändert. Anderies Einschätzung ersetzt keine Evaluation der Wirksamkeit des Programms.

