Fortnite: Niederländische Stiftung fordert Entschädigung von Epic

Die niederländische Stichting Massaschade & Consument fordert von Epic Games Rückzahlungen und Schadenersatz für junge Fortnite-Spieler. Laut Zeitplan der Stiftung hat sie Epic am 23. September haftbar gemacht und zu Gesprächen über eine gemeinsame Lösung aufgefordert. Scheitern diese Gespräche oder kommen sie nicht zustande, will sie vor Gericht ziehen. Eine bereits eingereichte neue Sammelklage ist damit in dieser Primärquelle nicht belegt.

Die Stiftung beanstandet Kaufdruck im Item Shop, aus ihrer Sicht suchtfördernde Gestaltung und den Umgang mit Daten Minderjähriger. Sie will Personen vertreten, die in den Niederlanden vor ihrem 21. Geburtstag Fortnite gespielt haben. Das sind Forderungen und Vorwürfe einer Anspruchstellerin, keine gerichtliche Feststellung sämtlicher behaupteter Schäden. Ob und in welcher Höhe daraus Zahlungen folgen, ist offen.

ACM-Bußgeld und Entschädigungsforderung sind getrennte Verfahren

Das Gericht in Rotterdam bestätigte am 14. Januar 2026 ein ACM-Bußgeld von 1.125.000 Euro. Die Entscheidung betrifft direkte Kaufaufforderungen an Kinder und künstlichen Zeitdruck im Item Shop. Sie spricht einzelnen Spielern nicht automatisch Schadenersatz zu.

Das Gericht dokumentiert auch Änderungen: Countdown-Anzeigen wurden entfernt, beim jeweiligen Artikel wird das vorgesehene Enddatum angezeigt. Für unter 18-Jährige in den Niederlanden dürfen nur Artikel sichtbar und verfügbar sein, die mindestens 48 Stunden angeboten werden. Diese Vorgaben sind von den weitergehenden Sucht- und Datenschutzvorwürfen der Stiftung zu trennen.

Welche Schutzfunktionen Epic dokumentiert

Epic beschreibt öffentlich eingeschränkte Konten für jüngere Nutzer, sogenannte Cabined Accounts. Ohne elterliche Zustimmung bleiben dort unter anderem Sprach- und freier Textchat sowie bestimmte Echtgeld-Kauffunktionen gesperrt. Die Altersgrenze hängt vom Land ab. Das ist eine allgemeine Beschreibung des Kontosystems, keine eigens zur neuen Forderung veröffentlichte Stellungnahme. Bestehende Schutzfunktionen entscheiden auch nicht allein darüber, wie frühere Shop-Praktiken rechtlich zu bewerten sind.

Bereits in den USA stand Epics Kaufoberfläche wegen ungewollter Transaktionen im Mittelpunkt eines FTC-Verfahrens. Der niederländische Vorgang ist davon unabhängig. Für Entwickler betrifft die Auseinandersetzung konkrete Produktentscheidungen: Kaufknöpfe, Verfügbarkeitsanzeigen und Zustimmungsabläufe müssen ebenso sorgfältig geprüft werden wie die eigentliche Spielfunktion.

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