Flutter 1.9 bringt Web-Support ins Haupt-Repository und Dart 2.5 erhält ML-Codekompletierung

Google hat auf dem Google Developer Days in China die neue stabile Version Flutter 1.9 vorgestellt und gleichzeitig Dart 2.5 veröffentlicht. Die größte Neuerung für das plattformübergreifende UI-Framework ist die Zusammenführung des bisher separaten flutter_web-Repositorys mit dem Haupt-Repository. Entwickler können damit künftig aus einer gemeinsamen Codebasis heraus Anwendungen für Mobile, Desktop und Web erzeugen und über den Flutter-CLI-Befehl flutter run -d chrome direkt im Browser testen. Die Web-Unterstützung befindet sich noch im experimentellen Stadium, ist aber seit Flutter 1.9 offiziell Teil des Framework-Kerns.

Flutter 1.9 enthält mehr als 1.500 zusammengeführte Pull Requests von über 100 Beitragenden. Neben dem Web-Support bringt die Version Kompatibilität mit macOS Catalina und iOS 13, darunter Unterstützung des neuen Xcode-Buildsystems, vollständige 64-Bit-Toolchain und Implementierung der iOS-13-Drag-Toolbar. Neue Material-Widgets erweitern die Bibliothek: ToggleButtons bündelt eine Reihe von Schaltern mit vollständig anpassbarem Verhalten, ColorFiltered erlaubt die Neufärbung eines gesamten Widget-Teilbaums per Algorithmus, was sich etwa für Barrierefreiheit bei Farbblindheit eignet. Neu angelegte Projekte verwenden standardmäßig Swift statt Objective-C und Kotlin statt Java. Bereits mit der im Mai erschienenen Flutter 1.5, die Web-Unterstützung als technische Vorschau einführte, begann Google diesen Konsolidierungsprozess; Flutter 1.9 schließt ihn mit der Repository-Zusammenführung ab.

Dart 2.5 mit ML-Codekompletierung und FFI-Vorschau

Parallel zu Flutter 1.9 erscheint Dart 2.5. Die wichtigste Neuerung ist ML Complete, ein experimentelles Code-Completion-Feature für die IDE, das ein auf Machine Learning trainiertes Modell einsetzt, um kontextsensitive Vorschläge zu generieren. Dart 2.5 führt außerdem eine Vorabversion des Foreign Function Interface (FFI) ein, mit dem Dart-Code direkt in nativen C-Code rufen kann. Das eröffnet neue Möglichkeiten für Performance-kritische Bibliotheken, die bislang aufwendige Umwege benötigten. Die Dart-Sprache bleibt damit die Grundlage des gesamten Flutter-Toolchains, der in dieser Version auch kompaktere und handlungsorientierte Fehlermeldungen mitbringt.

Tencent, eines der größten Internetunternehmen weltweit, setzt Flutter bereits in einer wachsenden Zahl eigener mobiler Apps ein und wurde auf dem GDD-Keynote als Praxisbeispiel vorgestellt. Weitere Details zu den Änderungen sowie Migrationshilfen finden sich in den offiziellen Release Notes zu Flutter 1.9.

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