E3 2012: Xbox SmartGlass macht Smartphone und Tablet zum Second Screen

Auf seiner Pressekonferenz zur E3 2012 hat Microsoft am 4. Juni 2012 Xbox SmartGlass vorgestellt. Die Companion-Software bindet Smartphones, Tablets und PCs als Second Screen an die Konsole an, synchronisiert Inhalte über Gerätegrenzen hinweg und erweitert die Bedienung um Touch-Eingaben. Don Mattrick, President der Interactive Entertainment Business, präsentierte das Ganze als Teil der Entertainment-Strategie rund um die Xbox 360.

Was SmartGlass kann und auf welchen Geräten

Zwei Einsatzfelder stehen im Vordergrund. Erstens wird das mobile Gerät zum zweiten Bildschirm, der passend zum laufenden TV-Programm Zusatzinformationen einblendet. Microsoft führte das mit einer Episode von Game of Thrones vor: Auf dem Tablet zeigte eine interaktive Karte, wo sich einzelne Figuren befinden, während die Handlung parallel über den Hauptbildschirm lief. Angefangene Medieninhalte lassen sich obendrein zwischen Tablet und Konsole weiterreichen, ohne dass die Wiedergabeposition verloren geht. Zweitens dienen die Geräte als Eingabe, etwa um Webseiten per Touch-Geste zu steuern oder in Sporttiteln wie Madden NFL Spielzüge einzuzeichnen.

Marc Whitten, damals Chef von Xbox Live, fasste das Ziel so zusammen: vorhandene Geräte sollen zu Begleitbildschirmen der Konsole werden. Als Zielplattformen nannte Microsoft Windows 8, Windows Phone und weitere portable Geräte. In den Berichten zur Präsentation tauchten zusätzlich iOS und Android als unterstützte Systeme auf. Der Start war noch für 2012 angekündigt.

Internet Explorer für die Konsole und die Stoßrichtung dahinter

Neben SmartGlass kündigte Microsoft auch einen Internet Explorer für die Xbox 360 an. Der Browser sollte im Herbst 2012 kommen und sich per Kinect über Sprache und Bewegung bedienen lassen, alternativ über das mobile Gerät als virtuelles Touchpad. Voraussetzung war eine Xbox-Live-Gold-Mitgliedschaft. Second-Screen-App und Browser zusammen zeigen, wohin die Plattform steuert: weg vom reinen Spielebetrieb, hin zum Medienzentrum im Wohnzimmer. Technisch tritt SmartGlass damit gegen die Streaming- und Begleitansätze der Konkurrenz an, indem es die Konsole zum Knotenpunkt zwischen mobilen Geräten und dem Fernseher macht.

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