Die MIT-Forscherin Lauren Ramlan zeigte eine stark vereinfachte Darstellung von DOOM mit Kolibakterien des Typs Escherichia coli. Die Bakterien berechnen dabei keine Spiellogik. Sie reagieren über fluoreszierende Proteine auf vorgegebene Bildinformationen. Die technische Beschreibung veröffentlichte Ramlan in einem öffentlich zugänglichen Paper; ein Colab-Notebook mit Controller-Code ergänzt den Aufbau.
Fluoreszenz ersetzt den Bildschirm
Der Versuchsaufbau übersetzt die Bilder des 1993 veröffentlichten Shooters in schwarze und weiße Bildpunkte. Die Darstellung erreicht 32 mal 48 Pixel und nutzt die Fluoreszenz der Bakterien, um die einzelnen Zustände sichtbar zu machen. Ein Bericht von derStandard ordnet das Experiment in die lange Reihe ungewöhnlicher DOOM-Umsetzungen ein.
Die Bildrate bleibt wegen der biologischen Reaktionszeit extrem niedrig. Ein neues Bild erscheint nach den Berechnungen ungefähr alle acht Stunden und 20 Minuten. Bei einer Spieldauer von rund fünf Stunden und einer Darstellung mit 35 Bildern pro Sekunde würde ein kompletter Durchlauf daher fast 600 Jahre dauern.
Das Experiment ist kein funktionsfähiger Port des Spiels, sondern ein Modellversuch zur Übertragung von Bildinformationen in ein biologisches System. Im Games-Kontext steht es neben technischen Arbeiten wie der Analyse von id Tech 7, zeigt aber einen grundlegend anderen Ansatz.

