Denuvo: Anti-Tamper-System setzt auf Analyse und gezielte Codeänderungen

Denuvo entwickelte 2016 in Salzburg ein Anti-Tamper-System für PC-Spiele. Im Gespräch mit Golem.de erklärte Geschäftsführer Reinhard Blaukovitsch, dass die Software vor allem das Umgehen der Online-DRM-Systeme von Steam und Origin erschweren sollte. Zu den damaligen Nutzern gehörten unter anderem Dishonored 2 und Battlefield 1.

Denuvo beschrieb seine Lösung nicht als klassischen Disc-Kopierschutz. Die Software sollte die ausführbare Datei so verändern, dass Reverse Engineering und die Suche nach Schwachstellen mehr Zeit beanspruchen. Eine Garantie für eine bestimmte Schutzdauer gab das Unternehmen nicht ab.

Integration über die ausführbare Datei

Entwickler schickten laut dem Interview zwei bis drei Monate vor der Veröffentlichung eine Betaversion nach Salzburg. Denuvo untersuchte dabei die Laufzeit und suchte Stellen, an denen der Sicherheitscode ohne zeitkritische Auswirkungen eingebaut werden konnte. Anschließend ließ sich die Exe-Datei über ein Werkzeug hochladen, bearbeiten und an das Studio zurückgeben, ohne dass der Entwickler eigenen Quellcode ergänzen musste.

Als technische Bausteine nannte Denuvo unter anderem virtuelle Maschinen und die Emulation anderer Prozessorarchitekturen. Bei illegal veränderten Kopien konnten zusätzlich absichtlich eingebaute Gameplay-Fehler auftreten. Ein älterer Beitrag zu DRM-freien PC-Spielen beleuchtet die andere Seite derselben Vertriebsfrage.

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