Studio MDHR hat mit einem kostenlosen Update für Cuphead auf Xbox One die Unterstützung für elf weitere Sprachen ergänzt. Im offiziellen Interview auf Xbox Wire erklärt Co Director Chad Moldenhauer, warum die Lokalisierung deutlich mehr Arbeit als eine direkte Übersetzung erforderte. Die Aktualisierung fügte außerdem Mugman als spielbare Figur im Einzelspielermodus, neue Animationen und überarbeitete Zwischensequenzen hinzu.
Die Texte mussten an unterschiedliche Längen und Schriftbilder angepasst werden. Bei den handgezeichneten Bilderbuchsequenzen prüfte das Team jede Sprache einzeln, damit Titel, Dialoge und Beschriftungen nicht über die vorgesehenen Flächen liefen. Für Japanisch, Koreanisch und Chinesisch arbeitete Studio MDHR zusätzlich mit spezialisierten Kalligrafen.
Studio MDHR beschrieb die Lokalisierung als kulturelle Anpassung statt als wörtliche Übertragung. Übersetzer recherchierten zeittypische Begriffe und Referenzen, damit die Dialoge und Titel in der jeweiligen Sprache eine ähnliche Wirkung wie das englische Original erzielen. Die Arbeit knüpfte an die handgezeichnete Produktionsweise an, die das Studio bereits in frühen Cuphead-Prototypen dokumentiert hatte.
Lokalisierung führte zu technischen Anpassungen
Die zusätzlichen Sprachen und Animationen zwangen das Team auch dazu, die Asset-Struktur und einige technische Abläufe zu überarbeiten. Laut Moldenhauer optimierte Studio MDHR die Verarbeitung so, dass das Update die Leistung nicht ausbremst. Auf Xbox One verbesserten sich dadurch zugleich die Ladezeiten.
Das Beispiel zeigt, dass Lokalisierung bei stark stilisierten Spielen in Layout, Schriftgestaltung, Animation und Laufzeit hineinreicht. Cuphead erhielt mit dem Update nicht nur neue Sprachen, sondern eine auf jede Zielregion abgestimmte Gestaltung der handgezeichneten Inhalte.

