Microsoft will die Forschung und Technik hinter Code Jumper an die American Printing House for the Blind (APH) übertragen. Die am 22. Januar 2019 veröffentlichte Ankündigung beschreibt den geplanten Vertrieb des taktilen Programmiersystems. APH richtet sich zunächst an Kinder zwischen sieben und elf Jahren.
Code Jumper entstand aus Project Torino. Kinder verbinden Kunststoffmodule über Kabel und bedienen Tasten und Drehregler. So lassen sich Programme zusammenstellen, die Geschichten erzählen, Musik erzeugen oder Witze wiedergeben. Microsoft erprobte die Technik unter anderem mit blinden und sehbehinderten Schülerinnen und Schülern am New College Worcester.
Programmierfolgen ertasten statt Bildschirmblöcke verschieben
Der Ansatz reagiert auf Zugangsprobleme visueller Blocksprachen: Deren Oberflächen lassen sich nicht ohne Weiteres über Screenreader oder Vergrößerung bedienen. Die physischen Module sollen Programmierfolgen und das schrittweise Suchen von Fehlern vermitteln. Kontrastreiche Farben helfen Kindern mit Restsehvermögen; die Bauteile ermöglichen gemeinsames Arbeiten.
APH plant passende Unterrichtsmaterialien und einen Start in den USA, Großbritannien, Kanada und Australien. Innerhalb der folgenden fünf Jahre soll das Angebot weltweit verfügbar werden. Die Quelle belegt diese Planung, nicht einen bereits abgeschlossenen weltweiten Vertrieb.
Microsoft hatte zuvor mit Code your Life Programmieraufgaben und greifbare Hardware in die Bildungsarbeit gebracht. Code Jumper setzt gezielt an der Zugänglichkeit erster Programmierkonzepte an und ist kein Ersatz für eine professionelle Entwicklungsumgebung.

