Build A Rocket Boy schließt 110-Millionen-Dollar-Series-D unter Führung von RedBird Capital ab

Das von Leslie Benzies gegründete Studio Build A Rocket Boy mit Hauptsitz in Edinburgh hat am 17. Januar 2024 den Abschluss einer Series-D-Finanzierungsrunde über 110 Millionen US-Dollar bekanntgegeben. Angeführt wird die Runde von RedBird Capital Partners. Zu den weiteren Beteiligten zählen Galaxy Interactive, NetEase Games, Endeavor, Alignment Growth, Woodline Partners LP, GTAM Partners sowie weitere Investoren. Benzies war zuvor als Produktionsleiter mehrerer Grand-Theft-Auto-Titel bei Rockstar North tätig. Heute verantwortet er das Studio als Gründer und Chairman.

Das Kapital ist nach Angaben des Studios für die Kommerzialisierung und Markteinführung von drei Produkten vorgesehen. Neben dem Hauptsitz in der schottischen Hauptstadt unterhält Build A Rocket Boy weitere Standorte in Budapest und Montpellier. Als Finanzberater fungierte Perella Weinberg UK Limited, die rechtliche Beratung übernahm Goodwin Procter (UK) LLP.

Drei Produkte als Grundlage der Finanzierung

Im Zentrum steht EVERYWHERE, eine als Multi-World-Plattform beschriebene Umgebung, die Spielwelten und nutzergenerierte Inhalte miteinander verbinden soll. Ergänzt wird das Vorhaben durch ARCADIA, eine Werkzeugsammlung zur Erstellung von User-Generated Content, mit der Spielende eigene Inhalte für die Plattform gestalten können. Als drittes Produkt nennt das Studio MindsEye, einen handlungsgetriebenen AAA-Titel. Dieser setzt sich thematisch mit gesellschaftlichen Fragen wie künstlicher Intelligenz, Ungleichheit und Klimakrise auseinander.

Laut Benzies bringt RedBird Erfahrung im Aufbau von Unterhaltungs- und Medienplattformen ein, die für die Einführung der Produkte hilfreich sei. Der Investorenkreis kombiniert klassische Wachstumskapitalgeber mit branchennahen Akteuren. Dazu gehören NetEase Games und Endeavor. NetEase hat zuletzt mit einer strategischen Neuausrichtung auf sich aufmerksam gemacht. Die Mischung der Geldgeber lässt eine Ausrichtung über die reine Spielentwicklung hinaus erkennen.

110 Millionen US-Dollar für drei parallele Produkte

Mit 110 Millionen US-Dollar in einer Series-D-Runde setzt das Studio auf ein plattformbasiertes Geschäftsmodell, das auf nutzergenerierte Inhalte und wiederkehrende Bindung baut. Ein solcher Ansatz erfordert hohe Vorabinvestitionen in Technologie und Werkzeuge, bevor sich tragfähige Umsätze einstellen. Das Volumen verteilt sich zudem auf gleich drei parallel zu kommerzialisierende Produkte. Das erhöht die Kapitalbindung und macht das Studio stärker vom Markterfolg jedes einzelnen Vorhabens abhängig.

Die Zusammensetzung des Investorenkreises mit RedBird Capital Partners an der Spitze sowie strategischen Beteiligten aus dem Spiele- und Mediensektor spricht für eine langfristige Wachstumsperspektive. Ob das Modell einer offenen Plattform mit AAA-Produktion und UGC-Tools im umkämpften Marktsegment Bestand hat, hängt maßgeblich von der Akzeptanz der angekündigten Produkte ab.

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