Bezahlte Loot Boxes in mehreren populären Videospielen verstoßen gegen die belgische Glücksspielgesetzgebung. Das teilten die belgische Kansspelcommissie und das Justizministerium am 25. April 2018 mit. Auf dem Prüfstand standen vier Titel: Star Wars Battlefront II, Overwatch, FIFA 18 und Counter Strike: Global Offensive. Bei drei davon, nämlich Overwatch, FIFA 18 und Counter Strike: Global Offensive, kam die Aufsichtsbehörde zu dem Schluss, dass die kostenpflichtigen Beutekisten als Glücksspiel im Sinne des belgischen Glücksspielgesetzes vom 7. Mai 1999 gelten. Star Wars Battlefront II fiel aus der Bewertung heraus. Der Publisher hatte das System kurz nach dem Start angepasst, sodass es technisch nicht mehr als Glücksspiel zählte.
Vier Kriterien des Glücksspielbegriffs
Die Kansspelcommissie prüft die Mechaniken anhand von vier Parametern, die nach belgischem Recht ein Glücksspiel ausmachen: ein Spielelement, ein Einsatz, ein möglicher Gewinn oder Verlust und ein Zufallselement. Den Ausschlag gibt die Bezahlung mit echtem Geld oder mit Ingame-Währung, die zuvor für echtes Geld gekauft wurde, zusammen mit einem zufallsgesteuerten Inhalt der Box. Diese Kombination lag bei den drei genannten Titeln vor. Damit zählen die entsprechenden Loot-Box-Systeme zu den Glücksspielangeboten, für deren Betrieb in Belgien eine Lizenz nötig wäre. Fehlt eine solche Lizenz, ist das Angebot rechtswidrig.
Bis zu fünf Jahre Haft und 800.000 Euro Strafe
Der damalige Justizminister Koen Geens kündigte an, das Gespräch mit Entwicklern, Betreibern und der Kansspelcommissie zu suchen, damit die beanstandeten Mechaniken aus den Spielen verschwinden. Bleiben die Anpassungen aus, drohen nach belgischem Glücksspielrecht Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren und Geldbußen von bis zu 800.000 Euro. Sind Minderjährige betroffen, können sich diese Strafen verdoppeln. Zur Begründung nannte Geens die Risiken einer Vermischung von Glücksspiel und Gaming, gerade bei jungen Spielern, und verlangte Schutzvorkehrungen, damit Kinder beim Spielen nicht mit Glücksspielelementen in Berührung kommen. Der zugrunde liegende Untersuchungsbericht der Kansspelcommissie hält die technische Analyse der einzelnen Titel fest. Die offizielle Mitteilung ist unter dem oben verlinkten Quellverweis zu finden.
