Microsoft beendet die Azure Game Development Virtual Machine als eigenständiges Marketplace-Angebot. Wie der Konzern in seiner Einstellungsmitteilung in der Azure-Gaming-Dokumentation festgehalten hat, verschwindet die vorkonfigurierte Cloud-Workstation aus dem Azure Marketplace. Neu erstellen lässt sie sich über die Marketplace-Anwendung also nicht mehr. Schon bereitgestellte virtuelle Maschinen laufen weiter, solange Studios die zugehörigen Ressourcen in ihrem Azure-Abonnement aktiv halten. Die Dokumentationsseite wurde zuletzt am 5. Februar 2025 aktualisiert.
Vorkonfigurierte 3D-Workstation aus der Cloud
Die Game Development Virtual Machine war als GPU-optimierte Arbeitsstation für die 3D-Spieleentwicklung gedacht. Das Image brachte einen vorinstallierten Werkzeugkasten mit, der die Einrichtung einer Entwicklungsumgebung abkuerzen sollte. Mit an Bord waren unter anderem Unreal Engine 5.1, Visual Studio 2022, das Debugging- und Profiling-Werkzeug PIX sowie das Asset-Optimierungswerkzeug Simplygon. Als Betriebssystembasis standen Windows 11 und Windows Server 2022 zur Wahl, die Rechenleistung lieferten GPU-Instanzen der NVadsA10-v5-Serie. Gedacht war die Maschine für Teams, die ohne lokale Hochleistungshardware auf eine einsatzbereite Cloud-Workstation zugreifen wollten.
Betroffen ist die Verfügbarkeit über den Marketplace, nicht der laufende Bestand. Maschinen, die vor der Einstellung erzeugt wurden, bleiben funktionsfaehig und werden weiter abgerechnet, bis jemand die Ressourcen aktiv entfernt. Eine automatische Abschaltung oder Migration bestehender Instanzen plant Microsoft nicht. Laufende Projekte können also zunächst weiterarbeiten. Was wegfällt, ist der gewohnte Weg über den Marketplace, wenn eine Maschine neu aufgesetzt werden soll.
Verweis auf Dev Box und Eigenbau-Vorlagen
Als Ersatz nennt Microsoft mehrere Wege. Für GPU-gestützte Szenarien verweist der Konzern auf GPU-optimierte VM-Konfigurationen, deren Aufbauskripte als Open Source im Repository des AVD Landing Zone Accelerator liegen. Damit lassen sich eigene, auf die 3D-Erstellung zugeschnittene Maschinen selbst aufsetzen, statt auf ein fertiges Marketplace-Image zuruckzugreifen. Als verwalteten Dienst rückt Microsoft zudem Microsoft Dev Box nach vorn, der projektbezogene, einsatzbereite Entwickler-Arbeitsstationen in der Cloud liefert.
Damit liegt die Verantwortung für Konfiguration und Pflege der Umgebung künftig stärker bei den Studios selbst oder beim allgemeineren Dev-Box-Dienst. Das spezialisierte, für Spieleengines vorkonfigurierte Komplettpaket gibt es als gepflegtes Marketplace-Produkt nicht mehr. Wer die bisherige Werkzeugzusammenstellung weiternutzen möchte, muss sie über die Open-Source-Vorlagen oder eine eigene Image-Pflege nachbauen.