Atlassian hat gemeinsam mit dem Jenkins-Projekt ein offizielles Plug-in veröffentlicht, das Jenkins direkt an die Jira Software Cloud anbindet. Das Plug-in ist seit September 2019 quelloffen auf GitHub sowie über den offiziellen Jenkins Plugin Index verfügbar. Es ordnet Build- und Deployment-Daten aus Jenkins automatisch den passenden Jira-Issues zu und macht Pipeline-Informationen innerhalb von Jira-Boards sichtbar.
Kern der Integration ist das automatische Verknüpfen von CI-Läufen mit Issue-Schlüsseln: Das Plug-in liest Jira-Schlüsselbegriffe wie „TEST-123“ aus Branch-Namen und sendet Build- sowie Deployment-Informationen per jiraSendBuildInfo– und jiraSendDeploymentInfo-Schritten einer Jenkinsfile-Pipeline zurück an Jira. Produktleiter, QA-Teams und Support können dadurch im Jira-Board nachverfolgen, welche Features sich bereits in Produktion, im Staging oder noch im Deployment-Prozess befinden, ohne zwischen mehreren Werkzeugen wechseln zu müssen. Das Plug-in ist im Jenkins Plugin Index veröffentlicht und setzt weitere Plug-ins für Pipeline, Git und Credentials voraus.

Für die Authentifizierung setzt das Plug-in auf OAuth: Entwickler legen in Jira OAuth-Credentials an und tragen Client-ID und Secret in Jenkins ein. Zur Verbindung genügt es, die Jira-Cloud-Site-URL sowie die Credentials im Abschnitt „Jira Software Cloud integration“ der Jenkins-Systemkonfiguration einzutragen. Die Einrichtungsschritte erklärt ein Gastbeitrag von Atlassian-Entwickler Rafal Myslek im Jenkins-Blog. Das Quellcode liegt auf GitHub und steht für eigene Beiträge bereit.
JQL-Abfragen über den Deployment-Stand
Ein praktischer Nutzen liegt in den erweiterten JQL-Abfrageoptionen: Mit Jira Query Language (JQL) können Teams Ansichten erstellen, die Issues nach Deployment-Stufe filtern. Eine Abfrage wie deploymentEnvironmentType ~ „production“ AND development[pullrequests].open >= 1 listet alle Jira-Issues auf, deren zugehörige Features bereits in Produktion laufen, aber noch offene Pull Requests haben. Dieser Detaileinblick war zuvor nur in spezialisierten Monitoring-Werkzeugen möglich. Zum Start der Integration hatte Atlassian eigenen Angaben nach bereits die sieben größten CI/CD-Plattformen am Markt angebunden; Jenkins schloss die Reihe als meistgenutzter Open-Source-Automatisierungsserver ab.
Das Plug-in baut auf einer Reihe älterer Atlassian-CI/CD-Integrationen auf. Die GitHub-Jira-Cloud-Anbindung von 2018 verfolgte dasselbe Ziel: Codeänderungen und Issues direkt im Ticket sichtbar machen. Spielestudios und Softwareteams, die Jenkins bereits für Build- und Deployment-Pipelines nutzen, können die Anbindung ohne einen eigenen Middleware-Dienst einrichten.

