AMD Ryzen 3000: BIOS-Updates mit AGESA 1.0.0.3ABBA sollen Boost-Taktraten erhöhen

AMD hat am 10. September 2019 ein Boost-Problem in seinen Ryzen-3000-Prozessoren offiziell eingeräumt und stellt BIOS-Updates auf Basis der neuen AGESA-Version 1.0.0.3ABBA in Aussicht. Laut Robert Hallock, Senior Technical Marketing Manager bei AMD, wurden die AGESA-Pakete bereits an die Mainboard-Hersteller ausgeliefert; finale BIOS-Updates sollen in rund drei Wochen verfügbar sein, abhängig vom Testfortschritt der einzelnen Hersteller. Beta-Versionen von Asus, Gigabyte und MSI kursierten zum Zeitpunkt der Ankündigung bereits in einschlägigen Foren.

Das Update adressiert zwei separate Probleme: Zum einen korrigiert AGESA 1.0.0.3ABBA einen Algorithmusfehler, der dazu führte, dass die tatsächlichen Boost-Taktraten unter den beworbenen Werten blieben. In AMDs interner Messung mit PCMark 10 und dem Kraken-JavaScript-Benchmark ergibt sich ein durchschnittlicher Gewinn von 25 bis 50 MHz gegenüber der vorherigen AGESA-Version. Ausgehend von 4,0 GHz entspricht das einem Zuwachs von unter zwei Prozent. Wichtig: Der maximale Ein-Kern-Boost liegt laut AMD nur bei kurzen, bursty Single-Thread-Lasten an; längere Benchmarks wie Cinebench führen erwartungsgemäß zu niedrigeren Durchschnittsfrequenzen. Nutzer, die von zu niedrigen Boost-Taktraten berichtet hatten, erhielten mit diesem Update die erste offizielle Antwort von AMD.

Ruhigeres Leerlaufverhalten auf Firmware-Ebene

Zum anderen enthält das Update eine Firmware-seitige Filterlogik für den Leerlauf. Bereits im Juli hatte AMD Chipsatztreiber veröffentlicht, die das Idle-Verhalten verbessern sollten, damals noch auf Treiber-Ebene in Zusammenarbeit mit dem Windows-Scheduler. Mit AGESA 1.0.0.3ABBA greift AMD tiefer ein: Ein sogenannter Activity Filter im CPU-Boost-Algorithmus soll die Firmware befähigen, kurze, intermittierende Anforderungen von Hintergrundprozessen – etwa Game-Launcher, Monitoring-Tools oder Peripherie-Dienste – zu ignorieren. Das Ergebnis sind laut AMD niedrigere Leerlaufspannungen von rund 1,2 V, ohne die Reaktionsfähigkeit unter Last zu begrenzen. Der Prozessor darf weiterhin bei Bedarf in seinen spezifizierten Spannungsbereich von 0,2 bis 1,5 V vordringen.

Ergänzend kündigte AMD für den 30. September 2019 das erste öffentliche Ryzen Master Monitoring SDK an. Es soll mehr als 30 API-Aufrufe bereitstellen, darunter separate Werte für Peak Core Voltage und Average Core Voltage – Angaben, die gerade für Entwickler und Power-User relevant sind, die die tatsächliche CPU-Auslastung in eigenen Tools abbilden wollen. Das SDK sollte über developer.amd.com verfügbar werden.

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