Mitte März 2023 hat Microsoft der Europäischen Kommission ein Paket verbindlicher Zusagen vorgelegt, um die Übernahme von Activision Blizzard über die Ziellinie zu bringen. Kernstück war die Zusicherung, Call of Duty langfristig zu gleichen Bedingungen auch auf konkurrierenden Plattformen wie PlayStation, Steam oder GeForce Now anzubieten. Die EU-Kommission reagierte darauf, indem sie ihre Entscheidungsfrist von ursprünglich 26. April auf den 22. Mai 2023 verschob, um Rückmeldungen von Konkurrenten und Kunden einzuholen.
In dieser Konsultationsphase meldete sich Google zu Wort, allerdings weniger zu den konkreten Activision-Zusagen als zur generellen Marktmacht von Microsoft im Cloud-Geschäft. Google-Cloud-Vizepräsident Amit Zavery sagte gegenüber Reuters, Microsoft habe „definitiv eine sehr wettbewerbsfeindliche Haltung im Cloud-Geschäft“. Der Konzern nutze seine Dominanz im On-Premise-Geschäft sowie bei Office 365 und Windows, um Azure und andere Cloud-Dienste zu bündeln und es Kunden schwer zu machen, Alternativen zu wählen. Zavery kritisierte zudem, Microsoft biete nur ausgewählten Beschwerdeführern bessere Konditionen an, statt strukturelle Änderungen für den gesamten Markt vorzunehmen.
Sony bleibt bei seiner ablehnenden Haltung
Auch Sony gehörte während der gesamten Prüfung des Activision-Blizzard-Deals zu den lautstärksten Kritikern und hatte bereits gegenüber der britischen Wettbewerbsbehörde CMA sowie der EU-Kommission Bedenken geäußert, dass Microsoft Call of Duty nach der Übernahme von PlayStation fernhalten oder benachteiligen könnte. Welche konkreten Einwände Sony im Rahmen der März-Konsultation zu Microsofts neuem Zusagenpaket vorbrachte, blieb zu diesem Zeitpunkt öffentlich nicht im Detail bekannt.
Nicht alle Marktteilnehmer standen dem Deal ablehnend gegenüber: Mehrere Spielestudios sprachen sich gegenüber der CMA für eine Genehmigung aus, und Microsoft hatte im Vorfeld bereits Zehnjahresverträge mit Nintendo und Nvidia geschlossen, um Call of Duty dauerhaft auf deren Plattformen zu sichern. Am Ende reichten die Zugeständnisse aus: Die EU-Kommission genehmigte die rund 69 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme am 15. Mai 2023 und begründete dies unter anderem mit Microsofts Zusagen im Cloud-Gaming-Bereich.