Acer hat am 16. Mai 2025 den Predator X27U F5 angekündigt, einen Gaming-Monitor mit 26,5 Zoll großem QD-OLED-Panel in WQHD-Auflösung (2560 x 1440) und einer Bildwiederholrate von 500 Hz. Das Gerät zählt damit zu den schnellsten QHD-OLED-Displays am Markt. Acer nennt eine Reaktionszeit von 0,03 ms (GtG), eine Zertifizierung nach VESA DisplayHDR TrueBlack 500 sowie ein Kontrastverhältnis von 1.500.000:1. Der Marktstart ist für das dritte Quartal 2025 vorgesehen, in der Region EMEA zu einem Einstiegspreis von 899 Euro, in China ab 5.999 RMB.
Neben der Geschwindigkeit hebt Acer die Farbwiedergabe hervor: Der X27U F5 deckt nach Herstellerangaben 99 Prozent des DCI-P3-Farbraums ab und erreicht eine Farbgenauigkeit von Delta E kleiner 2. Zur Synchronisation kommt AMD FreeSync Premium Pro zum Einsatz. Die Ankündigung erfolgte im Vorfeld der Computex 2025 und umfasste weitere Modelle, darunter den Predator X27 X mit 4K-QD-OLED-Panel und 240 Hz sowie mehrere Nitro-Displays mit VA-Technik und integriertem Google TV.
QD-OLED mit WQHD und 500 Hz im Detail
Die Kombination aus QD-OLED, WQHD-Auflösung und 500 Hz bei einem Listenpreis von 899 Euro positioniert den X27U F5 unterhalb der bislang verfügbaren 4K-OLED-Modelle mit vergleichbarer Geschwindigkeit. QD-OLED-Panels erzielen durch ihre selbstleuchtende Struktur perfekte Schwarzwerte, was das angegebene Kontrastverhältnis von 1.500.000:1 und die DisplayHDR-TrueBlack-500-Zertifizierung erklärt. Die niedrige Auflösung im Vergleich zu 4K reduziert zugleich die für 500 Hz erforderliche Datenrate, sodass sich die Bildwiederholrate ohne aufwendige Komprimierung über die vorhandenen Schnittstellen übertragen lässt. Für kompetitive Spieler bedeutet die WQHD-Auflösung außerdem eine geringere GPU-Last, um die hohen Bildraten tatsächlich auszureizen. Andere Hersteller verfolgen einen abweichenden Ansatz und kombinieren etwa beim LG UltraGear evo 27GM950B hohe Auflösung mit einem umschaltbaren Dual-Mode.
Wo die Grenze sinnvoller Bildwiederholraten liegt
Die Frage nach dem praktischen Nutzen von 500 Hz lässt sich technisch eingrenzen. Bei 500 Hz beträgt der zeitliche Abstand zwischen zwei Vollbildern zwei Millisekunden, bei den vormals üblichen 240 Hz rund 4,2 Millisekunden. Der absolute Latenzgewinn verkleinert sich mit steigender Frequenz nach einer Hyperbel, sodass jeder weitere Schritt einen geringeren messbaren Vorteil bringt als der vorherige. Spürbar bleibt der Effekt vor allem bei der Bewegungsschärfe: OLED-Panels mit ihrem nahezu sofortigen Pixelwechsel profitieren stärker von höheren Frequenzen als die langsameren LCD-Varianten, weil die Bildwiederholrate hier zum begrenzenden Faktor für die Klarheit bewegter Inhalte wird.
Der praktische Mehrwert hängt dabei am gesamten System. Um 500 Bilder pro Sekunde dauerhaft zu liefern, muss die Grafikkarte die entsprechende Last in der jeweiligen Auflösung bewältigen, was außerhalb von kompetitiven Titeln wie Counter-Strike, Valorant oder Overwatch selten erreicht wird. Für die breite Masse grafisch aufwendiger Spiele bleibt der Bereich zwischen 120 und 240 Hz der relevante Arbeitspunkt. Der X27U F5 richtet sich damit primär an den E-Sport- und Enthusiasten-Markt, in dem schon kleine Latenz- und Schärfevorteile als kaufentscheidend gelten, während der Aufpreis gegenüber 240-Hz-Modellen für allgemeine Nutzung schwer zu rechtfertigen ist.
