Microsoft-Chef Satya Nadella: Künstliche Intelligenz wird alle Lebensbereiche so prägen wie einst das Internet

Beim Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Davos hat Microsoft-CEO Satya Nadella am 19. Januar 2023 seine Einschätzung zur Zukunft der künstlichen Intelligenz dargelegt. Nadella zufolge sei ein goldenes Zeitalter der künstlichen Intelligenz angebrochen, das die Arbeitswelt grundlegend neu definieren werde. Die Technologie werde demnach einen ähnlich weitreichenden Einfluss auf praktisch alle Bereiche des menschlichen Lebens haben, wie es zuvor das Internet oder der PC getan haben.

Ein neuer Plattformwechsel

Nadella stellte die aktuelle Entwicklung in eine Reihe mit früheren technologischen Umbrüchen. Mobile Endgeräte und Cloud-Dienste hätten sich, nachdem sie um die Jahre 2007 und 2008 aufkamen, über einen Zeitraum von etwa 15 Jahren zu festen Bestandteilen des Alltags entwickelt. Künstliche Intelligenz stehe nach seiner Einschätzung vor einem vergleichbaren Weg, allerdings mit dem Potenzial für eine noch schnellere und umfassendere Verbreitung. Er verglich die aktuelle Phase zudem mit dem Umbruch der 1980er Jahre, als Computertechnik erstmals in großem Stil in Büros Einzug hielt und eine völlig neue Kategorie der Wissensarbeit entstehen ließ. Ein ähnlicher Effekt sei nun im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz zu erwarten.

Die Technologie beschrieb Nadella dabei nicht als Ersatz für menschliche Arbeit, sondern als unterstützendes Werkzeug. Er bezeichnete Systeme wie Chatbots als eine Art digitalen Co-Piloten, der Menschen dabei helfe, mit weniger Aufwand mehr zu erreichen.

Konkrete Beispiele aus der Praxis

Zur Untermauerung seiner Thesen nannte Nadella zwei Praxisbeispiele. Zum einen berichtete er von einem Programmierer im Silicon Valley, dessen Produktivität sich durch den Einsatz von KI-gestützten Werkzeugen um rund 80 Prozent gesteigert habe. Zum anderen verwies er auf einen Landwirt in Indien, der über eine auf einem Sprachmodell basierende Anwendung Zugang zu staatlichen Förderprogrammen erhielt, obwohl er ausschließlich einen lokalen Dialekt sprach. Beide Beispiele zeigen nach Ansicht Nadellas, wie unterschiedlich die Anwendungsfälle von künstlicher Intelligenz ausfallen können und wie breit ihr gesellschaftlicher Nutzen potenziell gestreut ist.

Neben den Ausführungen zu künstlicher Intelligenz sprach Nadella in Davos auch über die Quantencomputing-Ambitionen von Microsoft sowie über die Bedeutung von Zero-Trust-Sicherheitsprinzipien beim Schutz digitaler Infrastruktur. Der Auftritt fiel in eine Phase, in der das Interesse an generativer KI durch den wenige Wochen zuvor erfolgten öffentlichen Start von ChatGPT stark zugenommen hatte, an dessen Entwicklerfirma OpenAI Microsoft maßgeblich beteiligt ist.

Quelle: World Economic Forum

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