Team Xecuter: Konsolen-Hacker muss 40 Monate ins Gefängnis

An einem Bezirksgericht in Washington ist das letzte Urteil in einem Verfahren gegen Mitglieder der Hackergruppe Team Xecuter gefallen. Der Beschuldigte muss für 40 Monate ins Gefängnis, einen Teil der Strafe hat er nach Angaben aus dem Verfahren bereits abgesessen.

Modding-Hardware für zahlreiche Konsolen

Die aus Kanada stammende Person war Mitglied von Team Xecuter, über Jahre hinweg einer der bekanntesten Namen der Modding-Szene. Die Gruppe verkaufte Modding-Hardware für Konsolen der meisten großen Hersteller. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf Nintendo-Plattformen, zuletzt vor allem auf einer Software, mit der sich nicht lizenzierte Spiele auf der Nintendo Switch ausführen ließen.

Mit derartigen Produkten sollen die Mitglieder von Team Xecuter im Laufe der Zeit mehrere Millionen US-Dollar eingenommen haben. Der nun Verurteilte soll davon laut den Ermittlungen rund 320.000 US-Dollar pro Jahr erhalten haben. Im Jahr 2020 wurde er nach längerer Flucht in der Dominikanischen Republik festgenommen, auch dank des Engagements von Nintendo und mit Unterstützung der US-Regierung, und anschließend in die USA überstellt.

Nintendo bedankt sich bei Ermittlungsbehörden

In einer offiziellen Pressemitteilung bedankte sich Nintendo bei mehreren beteiligten Behörden, darunter das Federal Bureau of Investigation (FBI) und das Department of Homeland Security. Laut einem Bericht des Portals The Verge hatte der Verurteilte bereits im November 2021 zugestimmt, rund 4,5 Millionen US-Dollar Schadenersatz an Nintendo zu zahlen. Im Dezember 2021 sollen weitere rund 10 Millionen US-Dollar hinzugekommen sein. Ob und in welchem Umfang diese Summen jemals tatsächlich beglichen werden, ist derzeit offen.

Nintendo geht seit Langem besonders konsequent gegen Hacker, Modder und andere Personen vor, die illegale Kopien von Spielen vertreiben oder deren Nutzung auf eigener Hardware ermöglichen. Ende 2021 hatte die britische Nintendo-Niederlassung zudem in einem Gerichtsverfahren durchgesetzt, dass mehrere Internetanbieter den Zugriff auf Webseiten mit Spiele-ROMs sperren. Über solche Seiten lassen sich unter anderem ROMs klassischer Spiele herunterladen, um sie etwa per Emulator am PC zu nutzen.

Das US-Justizministerium bestätigte das Urteil in einer eigenen Pressemitteilung: justice.gov.

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