Microsoft bezeichnete sich nach dem geplanten Kauf von Activision Blizzard als künftiges drittgrößtes Spieleunternehmen nach Umsatz, hinter Tencent und Sony. Die Aussage steht in der offiziellen Microsoft-Ankündigung vom 18. Januar 2022. Kurz zuvor hatte Sony die Übernahme von Bungie für 3,6 Milliarden US-Dollar angekündigt. Beide Transaktionen zeigen, wie stark sich die Branche zu diesem Zeitpunkt auf wenige große Plattform- und Technologiekonzerne konzentrierte.
Microsoft plant den größten Zukauf der Branche
Microsoft bezifferte die geplante Übernahme von Activision Blizzard auf 68,7 Milliarden US-Dollar einschließlich des Netto-Cash-Bestands. Zum Paket gehörten Activision Publishing, Blizzard Entertainment und King mit Marken wie Call of Duty, Warcraft, Diablo, Overwatch und Candy Crush. Microsoft verwies außerdem auf rund 400 Millionen monatlich aktive Nutzer von Activision Blizzard sowie auf die geplante Stärkung von Mobile, PC, Konsole und Cloud.
Sony setzt auf Bungies Live-Service-Erfahrung
Sony Interactive Entertainment kündigte am 31. Januar 2022 die Übernahme von Bungie an. Die offizielle Sony-Mitteilung nennt eine Gesamtleistung von 3,6 Milliarden US-Dollar einschließlich Kaufpreis und zugesagter Mitarbeiteranreize. Bungie sollte unabhängig arbeiten, eigene Spiele weiterhin selbst veröffentlichen und seine Erfahrung mit Live-Diensten in Sonys Spiele-Strategie einbringen.
Umsatzrangliste ist eine Momentaufnahme
Die Bezeichnung Big Three ist deshalb eine umsatzbezogene Momentaufnahme und keine offizielle Branchenorganisation. Microsoft selbst nutzte sie in seiner Übernahmeankündigung als Vergleichsgröße. Für Studios und Entwickler waren die Transaktionen dennoch relevant, weil sie über Plattformzugang, Finanzierung, Arbeitsplätze und die künftige Veröffentlichung großer Marken entscheiden konnten. Einzelne Übernahmen können die Rangfolge zudem verändern, sobald sich die bilanzierten Umsätze und der Umfang der jeweiligen Spielegeschäfte verschieben.
