Microsofts frühere Sprachassistentin Cortana hätte beinahe den Namen Bingo getragen. In einem Gespräch mit der Journalistin Alice Newton Rex berichtet Sandeep Paruchuri, ein ehemaliger Produktmanager bei Microsoft, von den Namensdebatten während der Entwicklung für Windows Phone.
Laut Paruchuri wollte der damalige Microsoft-Chef Steve Ballmer die Verbindung zur Suchmaschine Bing im Produktnamen sichtbar machen. Sein Vorschlag lautete deshalb Microsoft Bingo. Das Team wartete den Führungswechsel zu Satya Nadella ab, der den Namen Cortana beibehielt.
Cortana war zunächst nur ein Codename
Der Name Cortana stammt aus der Halo-Reihe. Die gleichnamige künstliche Intelligenz begleitet dort den Master Chief. Microsoft beschreibt diese Verbindung auch im damaligen Devices Blog. Während der Entwicklung war Cortana allerdings zunächst nur als interner Arbeitstitel vorgesehen.
Das Marketing-Team favorisierte laut dem Gespräch den Namen Alyx, weil er sich in verschiedenen Sprachen einfach aussprechen ließ. Nachdem der Codename vor der Veröffentlichung öffentlich bekannt geworden war, sammelte eine Petition mehr als eine Million Unterstützer für die Beibehaltung von Cortana. Aus dem internen Namen wurde damit schließlich die offizielle Produktbezeichnung.
Produktentscheidung kurz vor dem Führungswechsel
Die Entscheidung fiel in der Übergangsphase zwischen Steve Ballmer und Satya Nadella. Paruchuri schildert, dass die Freigabe durch die Unternehmensspitze eine der letzten Hürden vor dem Start von Cortana war. Nadella unterstützte das Projekt und ließ den vom Team etablierten Namen bestehen.
Cortana erschien 2014 als Teil von Windows Phone 8.1. Die Assistentin sollte proaktiv Informationen liefern, Erinnerungen verwalten und die Suche auf dem Smartphone stärker in den Alltag integrieren. Der Produktname verband damit eine Figur aus einem Xbox-Spiel mit einem Microsoft-Dienst für mobile Geräte.
Von der Spielefigur zum Sprachdienst
Die Namensgeschichte zeigt, wie stark die Marke Halo die Wahrnehmung von Microsofts frühen KI-Produkten prägte. Gleichzeitig war Cortana ein Beispiel dafür, wie ein zunächst nicht für die Öffentlichkeit vorgesehener Codename durch Nutzerfeedback und Medienberichte zum festen Produktnamen werden kann.
