Telegram lässt sich nicht nur zum Chatten nutzen, sondern auch als Kanal für automatisierte Nachrichten aus dem eigenen Heimnetzwerk. In der offiziellen Telegram-Bot-API-Dokumentation wird erklärt, wie sich ein eigener Telegram-Bot einrichten, testen und einsetzen lässt, etwa um Sensordaten, Bilder oder Statusmeldungen von Servern und Smart-Home-Geräten per Push-Nachricht zu erhalten.
Telegram funktioniert parallel auf Smartphone, PC und Mac, die App lässt sich dabei gleichzeitig auf mehreren Geräten nutzen. Hinter dem Dienst stehen die Brüder Pavel und Nikolai Durov, die ein eigenes, offenes Datenprotokoll entwickelt haben. Alle Chats werden verschlüsselt übertragen, zusätzlich lassen sich geheime Chats einrichten, die ausschließlich auf den beteiligten Geräten lesbar sind. Für den Schlüsselaustausch kommen RSA 2048 und das Diffie-Hellman-Verfahren zum Einsatz, die eigentliche Nachrichtenverschlüsselung übernimmt anschließend ein schnelleres symmetrisches AES-256-Verfahren.
Der Weg über den BotFather
Grundlage jedes eigenen Telegram-Bots ist die offizielle Bot-API des Dienstes. Ein neuer Bot wird über den offiziellen Account BotFather angelegt, der auf Zuruf einen Namen, einen eindeutigen Benutzernamen und im Anschluss ein Zugriffstoken vergibt. Dieses Token dient als Schlüssel, mit dem sich der Bot anschließend über einfache HTTP-Aufrufe ansteuern lässt, etwa um Textnachrichten, Bilder oder Dateien an einen Chat zu senden. Für eigene Projekte reicht bereits ein kurzes Skript, das per Cronjob oder Trigger aus dem Heimnetzwerk heraus eine Nachricht an die Bot-API schickt, sobald ein bestimmtes Ereignis eintritt.
Einsatzmöglichkeiten im Alltag
Ein selbst gebauter Bot eignet sich für zahlreiche Automatisierungen: Server können bei Ausfällen eine Warnung schicken, ein Skript kann Kamerabilder oder Messwerte eines Sensors weiterleiten, und auch Emojis oder kleine Statusreports lassen sich auf diesem Weg direkt in den gewohnten Chatverlauf am Smartphone einspielen. Da die Nachrichten über die verschlüsselte Telegram-Infrastruktur laufen, entfällt der Aufwand für eine eigene Push-Lösung, gleichzeitig bleibt die Bedienung für Empfänger denkbar einfach, da lediglich eine bestehende Messenger-App genutzt wird.
Wichtig bei der Einrichtung ist ein sorgsamer Umgang mit dem vom BotFather vergebenen Token, denn wer dieses kennt, kann im Namen des Bots Nachrichten verschicken. Wird das Token versehentlich veröffentlicht, lässt es sich über den BotFather jederzeit zurücksetzen, ohne dass der Bot selbst neu angelegt werden muss.
