Das norwegische Frachtschiff Yara Birkeland hat seine Jungfernfahrt erfolgreich absolviert und damit den naechsten Schritt auf dem Weg zum vollstaendig autonomen Betrieb erreicht. Wie aus einer offiziellen Mitteilung von Yara hervorgeht, fuhr das akkuelektrisch angetriebene Containerschiff von der Hafenstadt Horten den Oslo-Fjord hinauf bis in die norwegische Hauptstadt. Gesteuert wurde die Yara Birkeland dabei noch von einem provisorischen Brueckenhaus aus, bevor nun schrittweise Testfahrten fuer den autonomen Betrieb beginnen.
In Auftrag gegeben wurde das Schiff bereits 2017 vom norwegischen Duengemittelhersteller Yara, das Konzept fuer den autonomen, elektrischen Antrieb stammt vom Technologieunternehmen Kongsberg Maritime. Benannt ist die Yara Birkeland nach dem Firmengruender Kristian Birkeland. Kuenftig soll das Schiff die Produkte von Yara aus der Fabrik im norwegischen Porsgrunn zu den Haefen von Brevik und Larvik transportieren, eine Strecke, die bislang von rund 40.000 Lastwagenfahrten pro Jahr abgedeckt wird.
Bau durch Coronapandemie verzoegert
Die Jungfernfahrt fand mit erheblicher Verspaetung statt: Urspruenglich haette das Schiff bereits Ende 2018 vom Stapel laufen sollen, der Bau begann jedoch erst im Sommer 2018 und sollte anderthalb Jahre dauern. Die Sars-Cov-2-Pandemie sorgte 2020 fuer einen mehrmonatigen Baustopp, sodass sich das Gesamtprojekt insgesamt um rund drei Jahre verzoegerte.
Zwei Elektromotoren und sieben Megawattstunden Akkukapazitaet
Angetrieben wird die Yara Birkeland von zwei elektrischen Pod-Antrieben mit jeweils 900 Kilowatt Leistung. Diese Propellergondeln ermoeglichen eine hohe Manoevrierfaehigkeit. Die Hoechstgeschwindigkeit liegt bei rund 13 Knoten, umgerechnet etwa 24 km/h, die Reisegeschwindigkeit bei 6 bis 7 Knoten. Die Batterie mit einer Kapazitaet von knapp 7 Megawattstunden liefert der Schweizer Hersteller Leclanche. Damit kommt das 80 Meter lange und 15 Meter breite Schiff rund 64 Seemeilen weit, was fuer die komplette Fahrt zwischen Verladestation und den beiden Zielhaefen samt Rueckweg zur Ladestation ausreicht.
Bis zur Zertifizierung fuer autonomen Betrieb ist es noch ein weiter Weg
Bevor die Yara Birkeland tatsaechlich fahrerlos unterwegs sein darf, muessen umfangreiche Testfahrten und Zertifizierungsschritte absolviert werden. Laut Golem.de soll das Schiff erst in etwa zwei Jahren als vollstaendig autonomer, elektrischer Containerfrachter zertifiziert sein. Bis dahin faehrt es weiterhin mit menschlicher Besatzung, waehrend die Steuerungssysteme schrittweise auf autonomen Betrieb umgestellt und erprobt werden. „Wir haben uns schon lange auf diesen Tag gefreut“, sagte Yara-Chef Tore Holsether zur Jungfernfahrt. Die Yara Birkeland solle kuenftig Mineraldeunger transportieren und so Emissionen senken, ein praktisches Beispiel fuer den Umstieg auf umweltfreundlichen Gueterverkehr auf Strassen, die andernorts unter aehnlicher Verkehrsbelastung leiden.
