Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) hat zum 15. Januar 2025 die Altersfreigabe von Roblox in Deutschland von 12 auf 16 Jahre erhöht. Betroffen sind neben Roblox auch die deutlich kleineren Spiele-Baukästen Blockman Go und Blockstar Planet, auf denen Nutzer ebenfalls eigene Inhalte erstellen können.
Bei Fortnite von Epic Games, dem anderen bekannten Spiel mit nutzergenerierten Elementen, bleibt die Freigabe unverändert bei 12 Jahren.
Überprüfung bestehender IARC-Einstufungen
Grund für die Neueinstufung ist laut USK nicht, dass Roblox oder die anderen betroffenen Baukästen zuletzt brutaler geworden sind oder mehr problematische Inhalte bieten. Die Behörde hat stattdessen bestehende Altersfreigaben überprüft, die über das Verfahren der International Age Rating Coalition (IARC) zustande gekommen waren. Bei diesem Verfahren untersucht kein Prüfer der USK das jeweilige Spiel persönlich, sondern der Hersteller füllt einen Fragebogen aus, aus dessen Antworten automatisiert eine Alterseinstufung ermittelt wird. Ein Ausschuss der USK hat diese Selbstauskünfte nun neu bewertet und dabei unter anderem Roblox anders eingestuft. Ob die bisherige Einstufung ab 12 Jahren auf fehlerhaften Angaben beruhte oder die USK wegen der Weiterentwicklung von Roblox zu einer anderen Bewertung kommt, ist offen.
Erhöhte Kaufanreize als neuer Grund
In der Übersicht der USK wird bei Roblox neu der Grund „erhöhte Kaufanreize“ genannt, während das bisherige Kriterium „Schockmomente“ entfallen ist. Allgemein begründet die USK die Änderungen mit einer höher liegenden inhaltlichen Jugendschutzrelevanz der von Nutzern erstellten Spiele. Zusätzlich fehlten wirksame Vorsorgemaßnahmen, etwa Altersratings nach deutschen Standards oder ausreichend gesicherte Kinderkonten.
Bedeutung für Xbox-Spieler
Die Debatte um Jugendschutz auf der Plattform ist nicht neu: Bereits zuvor war Roblox in der Türkei wegen Kindersicherheitsbedenken zeitweise gesperrt worden. Roblox ist seit 2016 auch für Xbox One erschienen und läuft über Rückwärtskompatibilität ebenso auf Xbox Series X und Series S, wo es zu den meistgespielten kostenlosen Titeln zählt. Die USK-Alterskennzeichnung bildet in Deutschland die Grundlage für Altersbeschränkungen im Microsoft Store sowie für Family-Settings und Kinderkonten auf der Konsole. Eine höhere Einstufung kann somit direkten Einfluss darauf haben, welche Konten das Spiel künftig ohne gesonderte Freigabe der Eltern installieren können.
