Bobby Kotick verlässt Activision Blizzard bis Jahresende mit hoher Abfindung

Kurz nach dem Abschluss der Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft zeichnet sich der Abgang von Firmenchef Bobby Kotick ab. In einem eigenen Blogbeitrag schreibt Kotick, Xbox-Chef Phil Spencer habe ihn gebeten, „als CEO bei Activision Blizzard zu bleiben und an ihn zu berichten, und wir haben vereinbart, dass ich dies bis Ende 2023 tun werde“.

Danach übt Kotick den Posten nicht mehr aus. Über einen möglichen Abgang wurde bereits seit längerem spekuliert, insbesondere während der massiven Unternehmenskrise, die Kotick zumindest mitverursacht oder nicht verhindert haben dürfte. Seit Mitte 2021 laufen mehrere Klagen gegen Activision Blizzard wegen Mobbing, Diskriminierung und sexueller Übergriffe innerhalb der Belegschaft. Nach Bekanntgabe der Übernahmepläne kam zusätzlich der Vorwurf auf, Kotick habe den Deal eingefädelt, um einer Verantwortung für diese Probleme zu entgehen.

Abfindung in dreistelliger Millionenhöhe

Kotick verlässt das Unternehmen mit einem hohen Vermögenszuwachs. Berichten zufolge erhält er eine Abfindung von rund 293 Millionen US-Dollar. Der Verkauf seiner Firmenanteile könnte ihm zusätzlich mindestens 400 Millionen US-Dollar einbringen. Anteilseigner hatten Kotick in der Vergangenheit wiederholt für besonders hohe Zahlungen kritisiert, die er sich im Kern selbst genehmigt haben dürfte.

Kotick begann seine Laufbahn in den 1980er Jahren als Entwickler, wechselte aber rasch in die geschäftliche Seite des Software- und Spielegeschäfts. Auf Anraten von Steve Jobs verließ er das College vorzeitig. 1990 kaufte er zusammen mit seinem Freund Brian Kelly rund 25 Prozent der Anteile der damals fast insolventen Firma Activision und baute daraus über die Jahre einen milliardenschweren Konzern auf. Wer nach ihm die operative Führung des nun zu Microsoft gehörenden Unternehmens übernimmt, ist zum Zeitpunkt seiner Ankündigung offen.

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