Der am 24. November 2021 vorgestellte Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP erwähnt E-Sport nur an einer einzigen Stelle. Auf Seite 123 im Kapitel zur Kulturförderung heisst es: „Wir schaffen Rechtssicherheit für gemeinnützigen Journalismus und machen E-Sport gemeinnützig.“ Eine eigenständige Anerkennung als Sportart taucht im Text nicht auf.
Der Koalitionsvertrag der Vorgängerregierung von Union und SPD aus dem Jahr 2018 ging deutlich weiter: Dort war von einer vollständigen Anerkennung des E-Sports als eigenständige Sportart mit olympischer Perspektive die Rede. Von diesem Anspruch bleibt 2021 nur die geplante Gemeinnützigkeit übrig, zudem steht die Passage unter Kulturförderung statt im Kapitel Sport.
Kritik von Verbänden
Für Vereine würde die Gemeinnützigkeit steuerliche Erleichterungen und leichteren Zugang zu Fördermitteln bedeuten, das gilt als positiver Effekt. Experten des Instituts für Ludologie bemängeln dennoch, dass Deutschland mit dem Verzicht auf eine Sportanerkennung international isoliert bleibt. Nach ihren Angaben erkennen bereits rund 70 Länder E-Sport offiziell als Sportart an.
