Microsoft lässt in seinem Kreativspiel Minecraft künftig keine NFTs mehr zu. Das Microsoft-Studio Mojang begründet die am 21. Juli 2022 verkündete Entscheidung in einem Blogeintrag unter anderem mit der Ungleichheit unter Spielerinnen und Spielern, die dadurch entstehen würde und dem „Spirit der Community“ widerspreche. NFTs sind damit weder im Client noch in Server-Anwendungen von Minecraft zugelassen, auch für Ingame-Inhalte wie Skins oder Mods darf nicht auf die Blockchain zurückgegriffen werden.
Ganz ausgeschlossen ist das Thema für die Zukunft aber nicht: Mojang will beobachten, wie sich die Blockchain-Technik weiterentwickelt und ob sich damit perspektivisch sichere Spielerfahrungen ermöglichen lassen, die keine Spielerinnen und Spieler ausschließen. Für den Moment gebe es jedoch keinerlei Pläne, NFTs in Minecraft zu integrieren.
NFTs sorgen in der Spielebranche für Ärger
NFTs sind digitale Besitzurkunden auf Basis von Blockchain-Technik, mit denen sich bestimmten Personen einzigartige digitale Gegenstände zuweisen lassen. Einige Spieleentwickler sahen darin einen Weg, aus zahlungswilligen Spielerinnen und Spielern zusätzliches Geld herauszuholen, etwa mit einzigartigen Ingame-Gegenständen oder NFT-Videos und -Musik. Mit der Technik experimentiert haben in der Branche unter anderem Ubisoft und Konami, Electronic Arts und Take-Two haben öffentlich mit Blockchain-Plänen geliebäugelt. Der japanische Publisher Square Enix hatte kurz zuvor NFT-Merchandise rund um Final Fantasy 7 angekündigt, bei dem Käufer von Figuren und Sammelkarten digitale NFT-Kopien erhalten.
In den Communitys kommen solche NFT-Vorstöße bislang durchweg schlecht an. „Stalker“-Entwickler GSC Game World und „Worms“-Macher Team17 wurden nach eigenen NFT-Ankündigungen mit so viel Kritik überhäuft, dass beide ihre Pläne wieder zurückzogen. Mojang trifft mit seiner Begründung offenbar den Nerv der NFT-kritischen Spielerschaft: „Die Investment-Mentalität um NFTs nimmt das Augenmerk weg vom Spielen und ermutigt zur Geldmacherei, was für uns nicht mit langfristigem Spielspaß vereinbar ist“, heißt es im Blogeintrag. Ob das Verbot auch für andere Microsoft-Marken gilt, ließ das Unternehmen offen.