Sega verkauft Relic Entertainment und streicht 240 Stellen in Europa

Sega Sammy Holdings hat am 28. März 2024 einen weiteren Schritt des Restrukturierungsprogramms konkretisiert, das der japanische Konzern bereits im September 2023 angekündigt hatte. Das kanadische Studio Relic Entertainment wurde aus dem Sega-Konzern herausgelöst und arbeitet seitdem als eigenständiger, publisher-unabhängiger Entwickler. Unterstützt wurde das Team dabei von einem externen Investor.

Relic Entertainment sitzt in Vancouver, wurde 1997 gegründet und zählt zu den bekannten Namen im Strategiegenre. Das Studio steht unter anderem für Homeworld, Warhammer 40.000: Dawn of War und die Company-of-Heroes-Reihe. Zuletzt war Relic auch an Age of Empires 4 beteiligt. Seit der Übernahme im Jahr 2013 gehörte Relic zu Sega Europe. Mit dem Verkauf endete diese gut zehnjährige Zugehörigkeit.

240 Stellen fallen weg, mehrere Projekte gestrichen

Der Relic-Verkauf war nur ein Baustein der Sparmaßnahmen. Sega Sammy Holdings schrieb im Zuge der Umstrukturierung mehrere, nicht näher bezeichnete Projekte vollständig ab und trennte sich von insgesamt 240 Beschäftigten an den europäischen Standorten. Betroffen war unter anderem Creative Assembly, das für die Total-War-Reihe bekannt ist. Dort hatte es bereits im September 2023 Entlassungen gegeben, nachdem der Shooter Hyenas eingestellt worden war.

Zum europäischen Portfolio von Sega zählten daneben Two Point Studios, Sports Interactive und weitere Teams. Die Maßnahmen zeigten, wie stark Publisher 2024 auf die gestiegenen Kosten und schwächere Wachstumserwartungen im PC- und Konsolengeschäft reagierten.

Für Relic bedeutete der Schritt mehr unternehmerische Eigenständigkeit, aber auch eine neue wirtschaftliche Ausgangslage. Das Studio musste seine künftigen Projekte ohne die direkte Einbindung in Sega Europe planen. Für Sega wiederum war der Verkauf Teil einer breiteren Korrektur nach mehreren Projektabschreibungen und Kostenreduktionen im westlichen Geschäft.

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