EA Investor Day 2024: Wachstumsplan mit Künstlicher Intelligenz und User-Generated Content

Electronic Arts hat seine Investoren beim jährlichen Investor Day auf ambitionierte Wachstumsziele eingeschworen. Beim Investor Day am 17. September 2024 in New York stellte das Management um CEO Andrew Wilson, Laura Miele (EA Entertainment) und Cam Weber (EA Sports) einen Plan für überdurchschnittliches Wachstum bis zum Geschäftsjahr 2027 vor. Mit umgerechnet rund 34 Milliarden Euro Börsenwert an der Nasdaq ist EA aktuell der wertvollste klassische Spielehersteller, bei einem Jahresumsatz von knapp sieben Milliarden Euro.

Ein zentrales Thema der Präsentation war user-generated content, also von Spielern und Content-Creatorn erstellte Inhalte nach dem Vorbild von Roblox und Minecraft. Eine wichtige Rolle soll dabei Künstliche Intelligenz spielen: Spiel-Inhalte, von einzelnen Figuren bis zu ganzen Spielwelten, sollen sich damit effizienter und in größerem Maßstab produzieren lassen. Erst im Februar 2024 hatte das Unternehmen rund 700 Stellen gestrichen, ein Zusammenhang mit möglichen künftigen Kosteneinsparungen liegt nahe.

Sims-Universum und neues Battlefield im Fokus

In der Sparte EA Entertainment setzt der Konzern auf einen Dreiklang aus Action-Rollenspielen wie Dragon Age: The Veilguard, Online-Shootern wie Battlefield und Apex Legends sowie Simulationen wie Die Sims. Besonders für Die Sims hat EA hohe Erwartungen: Der Umsatz der Marke soll sich binnen fünf Jahren verdoppeln, ein eigener „Sims-Hub“ soll alle Plattformen bündeln, und gemeinsam mit Amazon MGM Studios sowie Margot Robbies Produktionsfirma LuckyChap Entertainment entsteht ein Sims-Kinofilm. Das nächste Battlefield kehrt laut EA in die Moderne zurück und entsteht als Gemeinschaftsproduktion der Studios DICE, Criterion, Motive und Ripple Effect, ein Community-Beta-Programm sollte Anfang 2025 starten.

Im Sport- und Rennspiel-Segment rund um EA Sports FC, NHL, F1, College Football und Madden NFL stammt inzwischen nur noch ein Drittel der Einnahmen aus Vollpreis-Spielen, der größte Hebel bleiben Live Services, also In-Game-Käufe. EU-Verbraucherverbände kritisieren diese Monetarisierung schon länger und fordern ein Einschreiten der EU-Kommission. Eine neue EA-Sports-App soll künftig Social-Media-Funktionen, Live-Sport-Daten und Spielinhalte bündeln und zugleich neue Erlösquellen über Sponsoring und Werbung erschließen. An der Börse kamen die Ankündigungen nur mittelgut an, der EA-Kurs gab am Vormittag rund zwei Prozent ab.

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