Die Embracer Group hat am 19. November 2024 auf einem Capital Markets Day in Stockholm konkrete Zahlen zur geplanten Ausgliederung von Asmodee vorgelegt. Wie der Konzern mitteilte, will er dem Brettspielspezialisten 400 Millionen Euro aus dem Verkauf der Mobile-Games-Sparte Easybrain zur Verfügung stellen, bevor Asmodee als eigenständiges Unternehmen an die Börse geht.
Laut der offiziellen Mitteilung von Embracer sollen 300 Millionen Euro der Summe direkt zur Tilgung von Schulden verwendet werden, die restlichen 100 Millionen Euro sollen die Bilanz stärken und Asmodee wieder Spielraum für Zukäufe verschaffen. Die Nettofinanzverschuldung von Asmodee lag zum 30. September 2024 bei 893 Millionen Euro, was einem Verschuldungsgrad von 4,1 zum bereinigten EBITDA entsprach. Nach der Kapitalspritze soll dieser Wert auf rund 493 Millionen Euro beziehungsweise einen Faktor von 2,2 sinken.
Ziele für Wachstum und Dividende
Für die kommenden drei bis fünf Jahre nannte Embracer ein mittelfristiges Ziel von jährlich mittleren einstelligen Wachstumsraten für Asmodee, ergänzt durch Zukäufe. Die bereinigte EBITDA-Marge soll dauerhaft über 18 Prozent liegen, der Verschuldungsgrad mittelfristig unter das 3,0-Fache und langfristig unter das 2,0-Fache des bereinigten EBITDA fallen. Sobald diese Zielmarke erreicht ist, will Asmodee überschüssige Liquidität als Dividende an die Aktionäre ausschütten.
Asmodee zählt mit Marken wie Catan, Exploding Kittens, Ticket to Ride und Lizenztiteln zu Star Wars, Game of Thrones und Der Herr der Ringe zu den größten Anbietern von Brettspielen, Sammelkartenspielen und Spiele-Apps weltweit. Der Katalog umfasst 23 Studios und mehr als 300 Marken, 2023 setzte das Unternehmen rund 1,3 Milliarden Euro um. Embracer hatte Asmodee 2021 für umgerechnet 2,75 Milliarden Euro übernommen.
Zeitplan bis zum Börsengang
Der Fahrplan sah eine außerordentliche Hauptversammlung noch vor Ende Dezember 2024 vor, gefolgt vom Vollzug der Ausgliederung bis spätestens 31. März 2025. Erst mit Abschluss der Distribution sollte Asmodee unter eigenem Namen an der Nasdaq Stockholm notiert werden. Die Finanzierung aus dem Verkauf der Mobile-Games-Sparte Easybrain an die Tencent-Tochter Miniclip war dafür die zentrale Voraussetzung.
Asmodee bildet den ersten von drei Unternehmensteilen, in die sich Embracer laut dem im April 2024 angekündigten Umbau aufspaltet. Die übrigen Sparten werden auf die neuen Gesellschaften Coffee Stain and Friends sowie Middle-Earth Enterprises and Friends verteilt, zu Letzterer gehört unter anderem der Münchener Publisher Plaion.
