Esports World Cup: ESL Faceit Group übernimmt Organisation der E-Sport-WM

Die staatliche Esports World Cup Foundation hat am 8. August 2024 bekanntgegeben, dass sie die operative Durchführung und Bewegtbildproduktion des Esports World Cup künftig dauerhaft an die ESL Faceit Group vergibt. Die Vereinbarung ist auf mehrere Jahre angelegt und betrifft die gesamte technische und organisatorische Abwicklung der jährlichen E-Sport-Veranstaltung in Riad.

Beide Organisationen sind eng miteinander verflochten. Die ESL Faceit Group, entstanden 2022 aus der Fusion der Kölner ESL Gaming GmbH mit dem britischen Anbieter Faceit, gehört zur staatlichen Savvy Games Group, dem Videospiel-Ableger des saudischen Staatsfonds Public Investment Fund. Ralf Reichert, seit Oktober 2023 Chef der Esports World Cup Foundation, hat die ESL einst gegründet und lange gemeinsam mit dem heutigen ESL-Faceit-Chef Craig Levine als Co-Geschäftsführer geleitet.

Qualifikationen unter einem Dach

ESL Faceit organisiert bereits die Qualifikationsturniere für den Esports World Cup in Europa, Nord- und Südamerika, im Mittleren Osten und in Südostasien. Mit der neuen Vereinbarung soll die Verzahnung zwischen nationalen Vorausscheidungen und dem Hauptturnier weiter zunehmen. Für kleinere Wettbewerbsdisziplinen bedeutet das nach Einschätzung von Branchenbeobachtern, dass es auf internationalem Niveau kaum noch Alternativen zum Esports World Cup gibt, um um vergleichbare Preisgelder zu spielen.

Verstärkt wird die Konzentration durch eine weitere Entscheidung: Das Internationale Olympische Komitee hat die neu geschaffenen Olympic Esports Games für die kommenden zwölf Jahre nach Saudi-Arabien vergeben. Parallel kündigte das IOC eine Zusammenarbeit mit einer Esports Integrity Commission an, deren Beirat ebenfalls mit ehemaligem ESL-Personal besetzt ist.

Präsenz auch bei der gamescom

Saudi-Arabiens Engagement in der Gaming-Branche zeigt sich zeitgleich auch in Köln. ESL Faceit richtet dort bis zum 18. August das Counter-Strike-2-Turnier IEM Cologne 2024 aus, im Anschluss folgt während der gamescom das Smartphone-Turnier Snapdragon Pro Series in der eigens gebuchten Event-Arena. Bei Teams, Sponsoren und Spielern wächst laut mehreren Menschenrechtsorganisationen zugleich die Sorge vor wirtschaftlicher Abhängigkeit von saudischen Geldgebern und vor sogenanntem Sportswashing.

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