E-Sport-Gemeinnützigkeit: Bundeskabinett gibt grünes Licht

Nach Jahren zäher Auseinandersetzungen hat die Bundesregierung am 10. September 2025 den Weg für die Gemeinnützigkeit des E-Sports freigemacht. Wie der Verband game gemeinsam mit ESBD und Landessportbund Nordrhein-Westfalen am 10. September 2025 bestätigte, beschloss das Kabinett den entsprechenden Gesetzentwurf. Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD hatte bereits im Frühjahr 2025 unmissverständlich festgehalten: „Wir erkennen die Gemeinnützigkeit des E-Sports an.“

Unmittelbar nach der Kabinettssitzung meldete die Behörde von Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU), die seit dem Frühjahr 2025 für die Games-Zuständigkeit im Bund verantwortlich zeichnet, auf ihren Social-Media-Kanälen Vollzug: „E-Sport als gemeinnützig anerkannt.“ Im nächsten Schritt muss der Entwurf noch Bundestag und Bundesrat passieren.

Verbände sprechen von historischem Tag

Die Industrieverbände reagierten mit deutlicher Erleichterung, insbesondere weil der ursprüngliche Entwurf im Zuge des Verfahrens noch überarbeitet worden war. Game-Geschäftsführer Felix Falk sprach von einem „langerwarteten und wichtigen Signal für den E-Sport-Standort Deutschland“. ESBD-Präsident Christopher Flato nannte den Tag „historisch“: „Mit der Anerkennung der Gemeinnützigkeit erhält der E-Sport endlich die rechtliche und gesellschaftliche Anerkennung, für die wir und viele andere seit vielen Jahren gekämpft haben.“ Jens Wortmann vom Landessportbund Nordrhein-Westfalen begrüßte insbesondere, dass die Bundesregierung Kritik am Referentenentwurf aufgegriffen und den Vorschlag praxistauglicher gemacht habe, etwa bei Jugendschutz und Suchtprävention.

Auch aus den Ländern kamen positive Reaktionen. NRW-Staatskanzlei-Chef Nathanael Liminski, der die Reform bereits im Mai 2024 angemahnt hatte, sprach von „Rückenwind für das Ehrenamt“ und forderte als nächsten Schritt die Aufnahme des E-Sports in den Katalog der olympischen Sportarten. Bayerns Digitalminister Fabian Mehring bezeichnete den Beschluss als „historischen Tag für den E-Sport in Deutschland“, der eine „Gerechtigkeitslücke“ gegenüber Ländern wie Dänemark oder Südkorea schließe. Der CDU-Digitalpolitiker Joachim Ebmeyer kündigte an, das parlamentarische Verfahren „tatkräftig begleiten“ zu wollen.

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