Content Creator mit Behinderung: Die Hürden von Twitch und Co.

Die Karriere als Content Creator in der Spielebranche verspricht Flexibilität und Erfolg, bringt für Menschen mit Behinderungen jedoch enorme Barrieren mit sich. In Interviews mit betroffenen Streamern wird deutlich, dass unerbittliche Algorithmen und das Diktat der ständigen Sichtbarkeit auf Plattformen wie Twitch, YouTube und TikTok den Alltag zur Zerreißprobe machen.

Barrierefreiheits-Expertin Laura Kate Dale berichtet, dass der ständige Druck, regelmäßig live zu gehen oder Videos hochzuladen, bei ihr zu einem Burnout führte. Auch die Streamerin HelloItsKolo, die durch eine chronische Erkrankung nur noch etwa 20 Stunden pro Woche arbeiten kann, klärt über die unbemerkten Vor- und Nachbereitungen eines Streams auf, die bereits vor der Kamera zu schwerer Erschöpfung führten. Der Algorithmus bestraft unregelmäßige Streaming-Zeiten oder längere Pausen gnadenlos mit Reichweitenverlust.

Neben dem gesundheitlichen Druck leiden Creator mit Behinderung auch unter Benachteiligungen bei lukrativen Markenpartnerschaften. Bewerbungen für Sponsoring-Kampagnen werden seltener positiv beantwortet, da Firmen oft zögern oder aus Angst vor Fehltritten gar nicht erst mit behinderten Influencern kooperieren. Dies schränkt die finanzielle Unabhängigkeit der Betroffenen weiter ein.

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