Microsoft hat die Geschäftszahlen für das dritte Quartal des Fiskaljahres 2022 (Quartal zum 31. März 2022) am 26. April 2022 vorgelegt. Der Konzernumsatz erreichte 49,4 Milliarden US-Dollar und legte damit um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zu. Für den Gaming-Bereich weist der Bericht eine einzige produktbezogene Kennzahl aus: Der Umsatz mit Xbox Content und Services stieg um 4 Prozent, in konstanter Währung um 6 Prozent. Es handelt sich um das erste Quartalsergebnis nach der im Januar 2022 angekündigten Übernahme von Activision Blizzard für 68,7 Milliarden US-Dollar, die zum Berichtszeitpunkt noch unter regulatorischer Prüfung stand.
Konzernzahlen und das Segment More Personal Computing
Auf Konzernebene meldete Microsoft ein Betriebsergebnis von 20,4 Milliarden US-Dollar (plus 19 Prozent) sowie einen Nettogewinn von 16,7 Milliarden US-Dollar (plus 8 Prozent nach GAAP, plus 13 Prozent auf Non-GAAP-Basis). Das verwässerte Ergebnis je Aktie lag bei 2,22 US-Dollar. Die Xbox-Erlöse fallen in das Segment More Personal Computing, dessen Umsatz auf 14,5 Milliarden US-Dollar stieg und damit um 11 Prozent zulegte. Innerhalb dieses Segments wuchsen unter anderem Windows-OEM-Erlöse um 11 Prozent und der Surface-Umsatz um 13 Prozent (18 Prozent in konstanter Währung).
Der ausgewiesene Zuwachs von 4 Prozent bei Xbox Content und Services bewegt sich unterhalb der Wachstumsraten der Vorquartale. Ein separater, konsolidierter Gaming-Gesamtumsatz wird in der Pressemitteilung zum dritten Quartal nicht beziffert. Auch eine namentliche Nennung des Abodienstes Game Pass enthält die Mitteilung an dieser Stelle nicht. Die einzige produktspezifische Gaming-Angabe bleibt der Wert für Content und Services. Welche Rolle das Activision-Geschäft langfristig spielen sollte, zeigte sich erst später: Berichte sahen das Studio als Stütze für das Xbox-Geschäft.
Stand der Activision-Blizzard-Übernahme zum Berichtszeitpunkt
Die Vorlage der Zahlen erfolgte rund drei Monate nach der Ankündigung der Activision-Blizzard-Transaktion, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen war und Gegenstand kartellrechtlicher Prüfungen wurde. Activision Blizzard war im Berichtsquartal nicht Teil der Microsoft-Bilanz. Die ausgewiesenen 4 Prozent Wachstum bei Xbox Content und Services bilden also allein das bestehende Xbox-Geschäft ab. Der Abschluss der Übernahme erfolgte erst im Oktober 2023, nachdem Behörden wie die CMA und die FTC ihre Verfahren beendet hatten. Auch danach hallten die Folgen nach, etwa als Microsoft im Aktionärsstreit 250 Millionen US-Dollar zahlte. Die zum 31. März 2022 berichteten Zahlen bilden eine Ausgangsbasis für die Bewertung des Gaming-Geschäfts unter den veränderten Rahmenbedingungen.
