Cuphead erscheint: StudioMDHRs handgezeichnetes ID@Xbox-Aushängeschild startet als Xbox-One-Konsolenexklusiv

Das kanadische Familienstudio StudioMDHR hat seinen Run-and-Gun-Titel Cuphead am 29. September 2017 für Xbox One und Windows veröffentlicht. Der Titel erschien als ID@Xbox-Eigenpublikation und unterstützt von Beginn an Xbox Play Anywhere, sodass ein einmaliger Kauf den Zugriff auf Konsole und PC umfasst. Auf der Konsolenseite startete Cuphead als Xbox-One-Exklusivtitel, während die PC-Fassung zusätzlich über Steam vertrieben wird. Vorbestellungen liefen im Vorfeld parallel über Xbox One und Windows 10.

Hinter dem Studio stehen die Brüder Chad und Jared Moldenhauer, die das Unternehmen in Kanada gründeten und von Oakville in Ontario sowie aus Regina in Saskatchewan arbeiten. Das ursprüngliche Kleinstteam veröffentlichte den Titel eigenständig und nutzte dafür das ID@Xbox-Programm, das unabhängigen Entwicklern das Selfpublishing auf der Plattform ermöglicht. Cuphead gilt damit als Beleg dafür, dass dieses Vertriebsmodell kommerziell tragfähige Eigenproduktionen hervorbringt. Bereits in den ersten zwei Wochen nach Verkaufsstart setzte der Titel über eine Million Einheiten ab.

Vom Kleinstteam zum Verkaufsphänomen

Cuphead ist als Run-and-Gun-Titel angelegt, der den Schwerpunkt auf Bosskämpfe legt und diese mit klassischen Actionabschnitten über vier thematisch gegliederte Welten verbindet. Ergänzt wird das Gerüst durch einen lokalen Koop-Modus und gestaffelte Schwierigkeitsgrade. Die jahrelange Entwicklungszeit eines sehr kleinen Teams traf zum Erscheinen auf einen Verkaufsverlauf, der den Titel rasch zu einem der bekanntesten ID@Xbox-Vertreter machte. In den Folgejahren stieg die Verkaufszahl auf mehrere Millionen Einheiten, und der Titel wurde später auf weitere Plattformen portiert.

Cel-Animation im Stil der 1930er-Jahre

Die technische Besonderheit liegt im Produktionsverfahren. StudioMDHR setzte auf handgezeichnete Cel-Animation nach dem Vorbild der Cartoons der 1930er-Jahre. Chad Moldenhauer zeichnete die Animationen von Hand und malte die Hintergründe mit Wasserfarben, die anschließend in Photoshop koloriert wurden. Die Animationen laufen mit 24 Bildern pro Sekunde und entsprechen damit dem klassischen Filmstandard, während das Spielgeschehen selbst mit 60 Bildern pro Sekunde berechnet wird. Aus diesem Ansatz ergibt sich die optische Handschrift, die Cuphead von algorithmisch oder rein digital erzeugten Indie-Titeln abhebt.

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