Nintendo hat im Bericht zum ersten Halbjahr des Geschäftsjahres mit Ende März 2024 am 7. November 2023 mitgeteilt, dass die Switch zum Stichtag 30. September 2023 kumuliert 132,46 Millionen verkaufte Einheiten erreicht hat. Im Sechsmonatszeitraum setzte das Unternehmen 6,84 Millionen Konsolen ab, ein Plus von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf die Switch im OLED-Modell entfielen davon 4,69 Millionen Einheiten, auf das Standardmodell 1,25 Millionen und auf die Switch Lite 0,90 Millionen. Der Softwareabsatz lag bei 97,08 Millionen Einheiten und damit 1,8 Prozent über dem Vorjahreswert.
Die Halbjahreszahlen fielen deutlich über den Vorjahreswerten aus. Der Nettoumsatz stieg um 21,2 Prozent auf 796,2 Milliarden Yen, der auf die Anteilseigner entfallende Gewinn legte um 17,7 Prozent auf 271,3 Milliarden Yen zu. Getragen wurde das Ergebnis unter anderem von einem schwächeren Yen, der die im Ausland erzielten Umsätze rechnerisch erhöhte, sowie von einer stabilen Softwarenachfrage. Auf dieser Grundlage hob Nintendo die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr an: Der erwartete Nettoumsatz steigt von 1.450,0 auf 1.580,0 Milliarden Yen, der Gewinn von 340,0 auf 420,0 Milliarden Yen. Die Softwareprognose wuchs um 5 Millionen auf 185,00 Millionen Einheiten, die Hardwareprognose um 0,5 Millionen auf 15,5 Millionen Konsolen.
Stabiler Absatz am Ende des Lebenszyklus
Bemerkenswert bleibt die Robustheit des Absatzes im siebten Jahr der Konsole. Üblicherweise schwächt sich die Hardwarenachfrage in dieser Phase spürbar ab. Der adressierbare Markt ist weitgehend gesättigt, viele Käufer warten bereits auf eine Nachfolgegeneration. Der leichte Zuwachs gegenüber dem Vorjahr und die angehobene Hardwareprognose deuten dagegen darauf hin, dass die Plattform weiterhin Neukäufer erreicht. Der hohe Anteil des OLED-Modells am Halbjahresabsatz spricht zudem für einen Mix mit höherem Durchschnittspreis, was die Margen stützt. Die zum Bilanzstichtag erreichte installierte Basis von über 132 Millionen Einheiten bildet die Grundlage für anhaltende Softwareverkäufe, die margenseitig stärker ins Gewicht fallen als die Hardware selbst. Wie groß das Interesse an der Marke nach wie vor ist, zeigt auch der starke Nintendo-Auftritt auf Publikumsmessen.
Was die Zahlen für den Generationswechsel bedeuten
Für die Branche ist relevant, wie Plattformbetreiber den Übergang zwischen Konsolengenerationen steuern. Ein weiterhin tragfähiger Absatz der bestehenden Hardware verschafft Nintendo Spielraum beim Zeitpunkt eines Nachfolgers, denn kurzfristig ist kein Nachfrageeinbruch zu kompensieren. Microsoft setzt mit der aktuellen Generation auf einen anderen Marktzugang über Abonnement und Cloud, und musste sich nach der teuren Übernahme von Activision Blizzard zuletzt sogar einem Aktionärsstreit stellen. Der Nintendo-Fall illustriert, wie eine breite installierte Basis und ein konsistentes Softwareangebot die Lebensdauer einer Plattform über die übliche Spanne hinaus verlängern. Die Zahlen legen nahe, dass sich der Start einer neuen Hardware nicht allein vom Alter der Vorgängergeneration ableiten lässt. Entscheidend sind der tatsächliche Absatzverlauf und die Bereitschaft der Bestandskunden, weiter in das Ökosystem zu investieren.
