Hunderte Quality-Assurance-Beschäftigte der Microsoft-Tochter ZeniMax haben am 14. November 2024 die Arbeit niedergelegt und einen eintägigen Streik durchgeführt. Die Streikposten verteilten sich auf vier Standorte in Maryland und Texas: Hunt Valley und Rockville (Maryland) sowie Austin und Richardson (Texas). Organisiert wurde der Ausstand von der Gewerkschaft ZeniMax Workers United-CWA, die nach Angaben der Communications Workers of America (CWA) mehr als 300 QA-Beschäftigte vertritt. Es handelt sich um den ersten Arbeitskampf in einer Videospiel-Studiogewerkschaft innerhalb des Microsoft-Konzerns.
Die ZeniMax Workers United-CWA hatte sich im Januar 2023 als erste Gewerkschaft eines Spielestudios bei Microsoft konstituiert. Möglich wurde das durch eine Arbeitsneutralitätsvereinbarung zwischen Microsoft und der CWA, die den Beschäftigten den Weg zur Organisation ebnete. Der eintägige Streik richtete sich nach Darstellung der Gewerkschaft gegen den ausbleibenden Fortschritt am Verhandlungstisch bei mehreren zentralen Punkten. Im Mittelpunkt standen die einseitige Fremdvergabe von QA-Tätigkeiten sowie die Rückkehr-ins-Büro-Politik des Unternehmens.
Outsourcing ohne Ankündigung und Beschwerde beim NLRB
Ein wesentlicher Streitpunkt ist die Auslagerung intern erbrachter Quality-Assurance-Arbeit an externe Dienstleister. Nach Angaben der CWA erfolgte diese Fremdvergabe ohne vorherige Unterrichtung der Gewerkschaft. Bereits im Oktober 2024 reichte die CWA deshalb eine Unfair-Labor-Practice-Beschwerde beim National Labor Relations Board (NLRB) ein. Aus Sicht der Beschäftigten verschärft die Auslagerung die Sorge um die Arbeitsplatzsicherheit, zumal die Branche zeitgleich von umfangreichen Entlassungen bei Microsoft geprägt ist. Gewerkschaftsmitglied Dylan Burton verwies auf erhebliche Bedenken hinsichtlich des Outsourcings und der damit verbundenen Folgen für die Beschäftigung.
Streit um Remote-Arbeit und Rückkehr ins Büro
Der zweite Konfliktpunkt betrifft die Arbeitsortregelung. Viele der betroffenen QA-Kräfte wurden während der Pandemie eingestellt und verrichteten ihre Tätigkeit seither aus dem Homeoffice. Microsoft und ZeniMax gestatten den QA-Beschäftigten nach Gewerkschaftsangaben jedoch keine dauerhafte Vollzeit-Remote-Arbeit mehr. Burton erklärte, ein Teil der Beschäftigten könne bei einer erzwungenen Rückkehr nicht ins Büro zurückkehren. Der Ausstand folgte auf vergleichbare Aktionen von CWA-Mitgliedern bei Microsofts Tochter Activision, die Ausnahmen von den neuen Präsenzvorgaben forderten. Eine Bewertung der Forderungen durch das Unternehmen war zum Zeitpunkt des Streiks Teil der laufenden Tarifverhandlungen.
