Sony liefert im Geschäftsjahr 2021 nur 11,5 Millionen PS5 aus, Chipmangel bremst die Produktion

Sony hat am 28. April 2022 im Abschluss zum Geschäftsjahr per 31. März 2022 beziffert, wie viele PlayStation 5 tatsächlich an den Handel gingen. Über das gesamte Fiskaljahr waren es 11,5 Millionen Einheiten, davon 2,0 Millionen im Schlussquartal von Januar bis März 2022. Damit summieren sich die Auslieferungen seit Marktstart im November 2020 auf 19,3 Millionen Konsolen. Als Ursachen für die gedämpfte Produktion nennt der Konzern den anhaltenden Mangel an Halbleitern und weiteren Komponenten sowie den Lockdown in Shanghai, der die Fertigung und die Teilebeschaffung in der Region belastete.

Die Zahl liegt unter den eigenen Erwartungen. Sony hatte die Jahresprognose im Verlauf des Geschäftsjahres bereits von ursprünglich 14,8 Millionen auf 11,5 Millionen Einheiten zurückgenommen, weil sich die Liefersituation nicht wie erhofft entspannte. Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende März 2023 setzte das Unternehmen die Marke auf 18 Millionen ausgelieferte PS5 an. Finanzchef Hiroki Totoki verwies dabei auf das Risiko, dass die Maßnahmen gegen Covid-19 in China die Beschaffung von Bauteilen weiter einschränken könnten.

Warum die PS5 hinter dem PS4-Tempo zurückblieb

Der Vergleich mit der Vorgängergeneration fällt deutlich aus. Die PlayStation 4 kam in ihren ersten rund 17 Monaten am Markt auf über 20 Millionen verkaufte Einheiten, während die PS5 zum gleichen Zeitpunkt ihres Lebenszyklus mit 19,3 Millionen ausgelieferten Konsolen knapp dahinter lag. Der Unterschied erklärt sich weniger durch fehlende Nachfrage als durch das Angebot. Die PS5 verkaufte sich praktisch in dem Tempo, in dem Sony liefern konnte, und stieß dabei wiederholt an die Grenze der verfügbaren Stückzahlen.

Der Engpass sitzt in der Lieferkette. Eine moderne Konsole vereint einen Hauptprozessor von AMD, GDDR6-Speicher, eine SSD samt Controller, Stromversorgungs- und Schnittstellenbausteine sowie zahlreiche kleinere Halbleiter. Fällt eine dieser Komponenten aus, lässt sich keine fertige Einheit montieren. Während der Halbleiterknappheit zwischen 2021 und 2022 konkurrierte Sony mit der Automobilindustrie, der Unterhaltungselektronik und Industrieabnehmern um knappe Fertigungskapazitäten in den Foundries. Hinzu kam der Lockdown in Shanghai, der ab Frühjahr 2022 sowohl Werke in der Region als auch die Logistik traf. Wie sehr die Versorgung mit passenden Chips die Planung einer Konsolengeneration prägt, zeigt sich auch an den Überlegungen zur künftigen Xbox-Plattform.

Folgen für Sonys Gaming-Geschäft

Die begrenzte Hardware-Basis wirkt auf das gesamte Plattformmodell. Jede nicht ausgelieferte Konsole ist ein Haushalt weniger, der Spiele, Add-on-Inhalte und Abonnements von Sony kauft. Die installierte Basis wächst langsamer, und damit auch der Adressmarkt für das margenstarke Software- und Servicegeschäft, das den Kern der Profitabilität im Bereich Game & Network Services bildet. Den Engpass kannte auch die Konkurrenz, wie die Verkaufszahlen der Xbox Series X|S später zeigten. Sony musste die hohe Nachfrage zugleich über die alte Generation abfedern, was die PS4 länger im Markt hielt als bei früheren Übergängen üblich.

Die PlayStation-Sparte von Sony setzte für das kommende Jahr darauf, dass sich die Komponentenlage allmählich normalisiert und die Fertigung anzieht. Das Forecast von 18 Millionen Einheiten hätte gegenüber den 11,5 Millionen des abgelaufenen Jahres einen Anstieg von gut 56 Prozent bedeutet. Ob dieser Wert erreichbar war, hing maßgeblich davon ab, wie schnell sich die Lieferketten nach dem Shanghai-Lockdown erholten und ob die Halbleiterversorgung den prognostizierten Hochlauf trug.

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