Sony FY2022: 19,1 Millionen PS5 im Geschäftsjahr – das Ende der Lieferengpässe wird in den G&NS-Zahlen sichtbar

Sony hat am 28. April 2023 den Konzernabschluss für das am 31. März 2023 beendete Geschäftsjahr (FY2022) vorgelegt und darin 19,1 Millionen im Geschäftsjahr verkaufte PlayStation 5 ausgewiesen. Damit liegt der Absatz über der zuvor von 18 auf 19 Millionen Einheiten angehobenen Prognose. Im Schlussquartal von Januar bis März 2023 wurden 6,3 Millionen Konsolen abgesetzt, der höchste Wert, den Sony je in einem vierten Geschäftsjahresquartal erreichte. Kumuliert summiert sich die installierte Basis der PS5 damit auf 38,4 Millionen Einheiten seit Marktstart.

Der Kontrast zum Vorjahr macht das Abklingen der Halbleiter- und Lieferengpässe messbar. Im Geschäftsjahr 2021 hatte Sony lediglich 11,5 Millionen PS5 absetzen können, weil die Verfügbarkeit durch Bauteilknappheit und Logistikprobleme gedeckelt war. Der Sprung auf 19,1 Millionen Einheiten entspricht einem Plus von rund zwei Dritteln und geht vor allem auf die wieder weitgehend bedarfsdeckende Produktion zurück. Die Hardware war im Schlussquartal erstmals seit dem Launch durchgängig breit verfügbar. Das verschob die Stückzahlen von der Angebots- auf die Nachfrageseite.

G&NS: Rekordumsatz, aber sinkende operative Marge

Das Segment Game & Network Services (G&NS) erzielte mit rund 3,6 Billionen Yen den höchsten Umsatz seiner Geschichte, getragen von der gestiegenen Hardwareverfügbarkeit und höheren Software-Erlösen. Das operative Ergebnis des Segments fiel jedoch gegenläufig aus und sank gegenüber dem Vorjahr um rund 40 Prozent auf etwa 250 Milliarden Yen. Sony begründet den Rückgang mit gestiegenen Aufwendungen, darunter höhere Investitionen in eigene Titel, mit einem Rückgang der verkauften Third-Party-Software, mit Belastungen aus der Bungie-Akquisition sowie mit Wechselkurseffekten. Die Hardware trug zwar zum Umsatz bei, jedoch mit der für Konsolen typisch dünnen Marge, sodass das Mengenwachstum die Ergebnisseite nur begrenzt stützte.

Bemerkenswert ist die Verschiebung im Software-Mix. Während die Konsole nun in der Breite verfügbar ist, ging der Absatz von Drittanbieter-Titeln zurück, und der Anteil eigener Spiele am verkauften Vollpreis-Volumen blieb im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Der reine Hardware-Hochlauf allein trägt die Profitabilität des Segments also nicht. Damit rückt die Frage in den Vordergrund, woher die nächsten Erlöse kommen sollen. Solche milliardenschweren Zukäufe prägen mittlerweile beide großen Konsolenkonzerne, wie auch der Streit um die Activision-Blizzard-Übernahme bei Microsoft zeigt.

Software-Monetarisierung als nächster Hebel

Nach dem weitgehend abgeschlossenen Hardware-Hochlauf rückt Sony die Software- und Netzwerkerlöse als entscheidenden Hebel für das laufende Geschäftsjahr in den Mittelpunkt. Im Vordergrund stehen die Monetarisierung der nun installierten PS5-Basis über Vollpreissoftware, Add-on-Content und digitale Verkäufe sowie der Ausbau wiederkehrender Erlöse über das PlayStation Network und Abonnements. Die digitalen Software-Erlöse machten bereits den größten Teil des Software-Umsatzes aus, und die ausgeweiteten Investitionen in eigene Studios und Live-Service-Projekte zielen darauf, die Wertschöpfung pro Nutzer über die reine Konsolenmarge hinaus zu erhöhen. Sobald die Gerätebasis steht, verschiebt sich der Ergebnisbeitrag von der margenarmen Hardware zur margenstärkeren Software- und Dienstleistungsebene.

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