Microsoft hat im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2023 einen Rückgang der Gaming-Erlöse verzeichnet. Im Segment More Personal Computing sank der Gaming-Umsatz laut dem am 25. Juli 2023 veröffentlichten Quartalsbericht um 764 Millionen US-Dollar beziehungsweise 5 Prozent. Das Quartal endete am 30. Juni 2023, dem letzten Stichtag vor dem Abschluss der Übernahme von Activision Blizzard. Die Zahlen bilden das organische Vor-Akquisitions-Niveau des Gaming-Geschäfts ab.
Zwei Komponenten trugen den Rückgang. Der Umsatz mit Xbox-Hardware fiel um 11 Prozent, was Microsoft auf ein geringeres Volumen sowie einen niedrigeren Verkaufspreis der abgesetzten Konsolen zurückführt. Parallel dazu gingen die Erlöse aus Xbox Content and Services um 3 Prozent zurück. Als Ursache nennt der Konzern einen Rückgang bei First-Party-Inhalten, der teilweise durch Wachstum bei Xbox Game Pass ausgeglichen wurde.
Hardware und Inhalte unter Druck zum Geschäftsjahresende
Der zweistellige Einbruch bei der Hardware fällt in eine reifere Phase des Konsolenzyklus. Xbox Series X und Series S waren zum Stichtag rund zweieinhalb Jahre am Markt. Sowohl die abgesetzte Stückzahl als auch der durchschnittliche Verkaufspreis gaben nach. Der niedrigere Preis deutet auf einen höheren Anteil der günstigeren Series S sowie auf preisliche Anpassungen im Handel hin. Hardware bleibt für Microsoft ein margenschwaches Geschäft, dessen Funktion primär im Aufbau der installierten Basis für wiederkehrende Service-Erlöse liegt.
Auch die Service-Seite kompensierte den Rückgang nicht. Der Rückgang bei Xbox Content and Services um 3 Prozent zeigt, dass das schwächere Aufgebot an First-Party-Titeln in diesem Quartal stärker wog als das Wachstum des Abonnementgeschäfts. Damit standen im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2023 sowohl die Hardware- als auch die Inhalte-Erlöse unter Druck, was den gemeldeten Gesamtrückgang von 5 Prozent erklärt.
Letztes Quartal vor dem Abschluss der Activision-Blizzard-Übernahme
Die Zahlen sind vor allem wegen ihres Zeitpunkts interessant. Da das Geschäftsjahr am 30. Juni 2023 endete, flossen die Erlöse von Activision Blizzard noch nicht in das Segment ein. Der Abschluss der Transaktion erfolgte erst im Oktober 2023. Das gemeldete Quartal bildet somit den letzten vollständigen Berichtszeitraum des Xbox-Geschäfts ohne die zugekauften Marken ab und dient als Referenzwert für den organischen Stand des Segments vor der Akquisition. Wie stark der Zukauf das Xbox-Geschäft anschließend prägte, zeigte sich erst in den späteren Quartalen, in denen Activision Blizzard das Xbox-Geschäft gestützt haben soll.
Für die nachfolgende Berichterstattung bedeutet das: Alle späteren Vergleiche zwischen Vor- und Nach-Akquisitions-Niveau setzen auf dieser Basis auf. Die im Bericht ausgewiesenen Rückgänge bei Hardware und Inhalten kennzeichnen den Ausgangspunkt, von dem aus die Integration des großen Spieleportfolios in das More-Personal-Computing-Segment künftig zu beurteilen ist. Die vollständigen Angaben finden sich in der Performance-Übersicht von Microsoft Investor Relations.
FY23 insgesamt mit Rekord bei der Nutzung
Im gesamten Geschäftsjahr 2023 erzielte Microsofts Gaming-Geschäft rund 15,5 Milliarden US-Dollar Umsatz. Nach Unternehmensangaben war FY23 damit das zweitbeste Gaming-Jahr der Firmengeschichte. Das Vorjahr blieb mit etwa 16,23 Milliarden US-Dollar der bisherige Höchststand. Microsoft meldete außerdem Rekorde bei den monatlich aktiven Nutzerinnen und Nutzern sowie beim Engagement im Game Pass. Die Angaben stammen aus der SEC-veröffentlichten Quartalsmitteilung.
